Brache: Stadt gibt kein Angebot ab

Ein Grundstück, auf dem Crimmitschau eine neue Sporthalle errichten lassen wollte, kommt unter den Hammer. Private Investoren melden Interesse an.

Crimmitschau.

Die Industriebrache an der Ecke Mannichswalder Straße/Teichstraße in Crimmitschau kommt unter den Hammer. Die Versteigerung ist für Donnerstagvormittag im Amtsgericht in Zwickau geplant.

Sie beginnt 9 Uhr im Saal 202. Der Verkehrswert wird auf 310.000 Euro beziffert. Zum Komplex gehören fünf Gebäude, die zwischen 1922 und 1929 gebaut worden sind. Der Fabrikbereich umfasst eine Fläche von circa 2600 Quadratmetern. Dazu kommen unter anderem eine Villa mit Pförtnergebäude und ein Bürogebäude mit Werkstatt und Lager. Diese Fakten stammen aus dem im Internet veröffentlichten Exposé zur Immobilie.

Die Stadtverwaltung in Crimmitschau wird sich an der Versteigerung, die nach einer Zwangsvollstreckung erforderlich ist, nicht beteiligen. Das teilte Wirtschaftsförderin Andrea Beres mit. "Die Kommune würde für einen Abbruch keine Förderung erhalten, und eine kurzfristige städtische Nachnutzung für das Grundstück ist derzeit nicht in Aussicht", sagt Andrea Beres. Sie macht aber deutlich, dass sich die Stadträte bei einer Sitzung des Verwaltungsausschusses im nicht öffentlichen Teil mit dem Thema beschäftigt hätten. Dort sprachen sich die Kommunalpolitiker laut Beres gegen eine Beteiligung an der Versteigerung aus. Beres nennt einen weiteren Grund für die Entscheidung: "Zudem ist uns bekannt, dass es private Investoren gibt, denen wir - ähnlich wie bei der Versteigerung des Capitol in der Innenstadt - den Vorrang einräumen möchten."

Vor zwei Jahren - im Frühjahr 2017 - haben sich die Verantwortlichen im Rathaus noch intensiv mit dem Grundstück in der Nähe des Ziegelgutsteiches beschäftigt. Der damalige Oberbürgermeister, Holm Günther (Für Crimmitschau), hatte das Areal als Standort für den Neubau einer Dreifeldhalle ins Gespräch gebracht. Sie sollte unter anderem für den Schulsport vom Julius-Motteler-Gymnasium sowie der Käthe-Kollwitz-Schule (Grund- und Oberschule) genutzt werden. Die Baukosten wurden damals in einer ersten Studie von einem Planungsbüro aus Lichtenstein auf 5 bis 6 Millionen Euro beziffert. Der aktuelle Oberbürgermeister, André Raphael (CDU), trat bei dem Projekt nach seinem Amtsantritt im August 2017 auf die Bremse.

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...