Brandübung: Eine Kita wird evakuiert

Die Mitglieder der drei Langenbernsdorfer Ortsfeuerwehren haben den Notfall realitätsnah geprobt. Hat das Zusammenspiel der Kameraden funktioniert?

Trünzig.

Als kurz nach 18 Uhr am Donnerstag in den Langenbernsdorfer Ortsteilen die Sirenen schrillten, hatten die Frauen und Männer der drei Ortsfeuerwehren lediglich die Nachricht von einer unklaren Rauchentwicklung im Gebäude des Trünziger Kindergartens "Kleine Spatzen". Dessen Leiterin Anett Thieß zeigte den ersten angekommenen Feuerwehrleuten den aus den Kellerfenstern quellenden Qualm, der sich inzwischen auch schon im Treppenhaus verteilt hatte. "Im Haus sind noch 17 Kinder und der Hausmeister", informierte die Frau, worauf sich die ersten Einsatzkräfte mit Atemschutz und Schläuchen ins Haus begaben. Der Angriffstrupp der Trünziger Feuerwehr ging in den Keller, und die nachfolgenden Kameraden kümmerten sich um die in einem Gruppenraum eingeschlossenen Kinder. Ein Dutzend der jungen Statisten aus den Jugendfeuerwehren der Gemeinde wurde aus dem Haus geführt, während die Verletzten geborgen werden mussten. Am aufwendigsten gestaltete sich die Suche nach dem Hausmeister - der war in Wirklichkeit eine Puppe - im total vernebelten Keller.

Vor dem Kindergarten organisierten die Gruppenleiter der inzwischen angekommenen Feuerwehren aus Langenbernsdorf und Niederalbertsdorf unter anderem die Löschwasserversorgung und die Ablösung der Einsatzkräfte mit Atemschutz. Nach knapp einer Stunde war dann auch der "Hausmeister" gefunden und die Übung zu Ende.

Beobachtet wurde der Einsatz der insgesamt 47 Frauen und Männer der drei Feuerwehren von Gemeindewehrleiter Hubert Götz und den Ortswehrleitern Mirko Nowak, Marcel Krauß und Silvere Opitz, die das Ganze mehr oder weniger vorbereitet hatten. "Wir müssen zwar über einige Details reden, aber die Übung war nicht so schlecht", beurteilte Hubert Götz vor den Feuerwehrleuten deren Aktionen rund um den Kindergarten, wo auch der Langenbernsdorfer Bürgermeister Frank Rose (xx) als Beobachter vor Ort war. "Das Zusammenspiel der drei Ortsfeuerwehren ist nicht nur bei einem angenommenen Notfall sehr wichtig. Damit das noch besser klappt, gibt es solche Übungen", sagte das Gemeindeoberhaupt, der nach eigener Aussage selbst die eine oder andere Unstimmigkeit in den Aktionen beobachtet haben will. "Im Ernstfall hätten wir noch die Unterstützung der Feuerwehr aus Werdau bekommen und auch den Rettungsdienst alarmiert", sagte Trünzigs Wehrleiter Mirko Nowak, dessen Kameraden mangels eigenen Gruppenführers von den Langenbernsdorfer Kollegen geführt wurden. "Bei einer freiwilligen Feuerwehr kann das durchaus passieren, wir haben das aber gut gelöst", sagte der Ortswehrleiter durchaus zufrieden.

Für Kindergarten-Chefin Anett Thieß war der Einsatz der drei Langenbernsdorfer Ortsfeuerwehren Neuland. "Das ist schon interessant, wie die Frauen und Männer im Falle eines Falles zu Werke gehen", meinte sie und spielte die Rolle der betroffenen Erzieherin bei- nahe lehrbuchreif. Während der Übung wurden auch die Lösch- wasserentnahmestelle an der Werdauer Straße und die im Gebäude eingebauten Rauchschutztüren getestet.

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