Collegium Musicum Werdau gibt Konzert in Palla-Brache

Im Meyer-Bößneck-Haus wird es zum Glauchauer Stadtfest einen großen Mozartabend geben. Doch der wird wohl eine Eintagsfliege bleiben.

Glauchau.

Möglicherweise ein allerletztes Mal haben die Glauchauer Gelegenheit, die Palla von innen zu sehen, zumindest einen Teil davon. Denn das erste Obergeschoss im Meyer-Bößneck-Haus am Scherbergplatz wird Schauplatz eines besonderen Konzert-Ereignisses. Das Collegium Musicum Werdau und zwei Schauspieler der Naturbühne Trebgast gestalten einen Mozartabend - unterhaltsam, witzig, lehrreich und mit viel Musik und Schauspiel.

Doch taugt die Palla-Brache, für deren Abriss die Stadt Glauchau bereits den Fördermittelantrag gestellt hat, überhaupt für ein solches Konzert? Aus Sicht der Musiker schon. "In einer solchen Industriebrache zu spielen, ist immer reizvoll", sagt Georg Christoph Sandmann. Der renommierte Musikprofessor ist Dirigent des Ensembles. Konzerte an solch besonderen Orten seien ein Plus für das Publikum und die Musiker. Sandmann muss es wissen, denn er hat schon mehrfach in Industriebrachen Konzerte gegeben, in Leipzig etwa oder in der Schönherr-Fabrik in Chemnitz. Der Abend in Glauchau werde nicht nur ein einfaches Konzert, sondern ein richtiges Event. "Wir haben uns vor Ort alles angesehen und ausprobiert, die Akustik ist sehr gut", sagt Heike Angermann vom Collegium Musicum Werdau. Im Laienorchester spielt sie den Kontrabass und hält darüber hinaus die organisatorischen Fäden in der Hand. Auch sie spricht vom besonderen Reiz, wenn man mal den üblichen Konzertsaal verlässt und in einem Gebäude wie die Palla-Brache spielen wird. Zunächst sei überlegt worden, ob man an jedem 30. Juni - quasi zum Abschluss des Glauchauer Stadtfestes - ein Freiluftkonzert gibt. Die Verhältnisse und das Ambiente im Meyer-Bößneck-Haus haben ihren Worten nach aber den Ausschlag gegeben, die musikalische und theatralische Reise durch Mozarts Leben drinnen zu spielen.


Das Konzert in der Palla wird sehr wahrscheinlich eine einmalige Sache bleiben. Denn der Abriss steht an, wenn die Fördermittel dafür bewilligt sind. Weitere derartige Veranstaltungen sind nach Auskunft der Stadt Glauchau nicht geplant. Dennoch scheut sie den Aufwand nicht und trifft Vorkehrungen für das Konzert. Der Zugang erfolge von der Erich-Fraaß-Straße aus. Als Sitzgelegenheiten werden die in der Palla vorhandenen Stühle genutzt. Moltontücher an den Decken sollen die Akustik noch verbessern.

Das Mozart-Konzert findet am 30. Juni um 17 Uhr im Meyer-Bößneck-Haus der Palla statt. Der Eintritt ist frei.

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