Crimmitschau ist Weltspitze

Die H&T Produktionstechnologie ist in einer Nische sehr erfolgreich. Auf den an der Pleiße entwickelten Pressen werden auch Lippenstiftgehäuse und Parfümbehälter für exklusive Marken hergestellt.

Crimmitschau.

Die H&T Produktionstechnologie GmbH hat sich zum internationalen Technologieführer für Servospindelpressen entwickelt. Aufgrund ihres Antriebes und ihrer Bauart arbeiten diese Pressen sehr genau, sehr schnell und sehr zuverlässig. "Es sind die präzisesten und dynamischsten Pressen, die auf dem Markt verfügbar sind", sagte Prokurist Mike Gruner. Auf ihnen werden komplex geformte verschieden große Teile aus Metall oder Metall-Kunststoff-Kombinationen gefertigt und unter anderem bei Autozulieferern, Batterieproduzenten, der Bau- und Beschlag- sowie Pharmaindustrie eingesetzt.

Auf den Pressen entstehen beispielsweise Gehäuse für Lippenstifte und Mascara, Parfümbehäl- ter, Gehäuse für Batterien. Für solche relativ kleinen Teile ist keine große Presskraft erforderlich. "Solch große Pressen mit kleiner Presskraft sind eher selten und deshalb sehr flexibel", sagte Gruner. Durch kurze Rüstzeiten von etwa 30 Minuten sind sie zudem für die Produktion von kleinen Serien interessant.

Torsten Kleditzsch

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Gegründet wurde H&T 1953 in Zwickau als Forschungsinstitut für bildsame Formgebung der Metalle. 1970 wurde es zum Forschungszentrum für Umformtechnik im Kombinat Umformtechnik Erfurt. Mit der Übernahme durch eigenes Management firmierte das Unternehmen 1990 in UTZ - Umformtechnisches Zentrum GmbH. Kurz nach der Jahrtausendwende entwickelte sich der Betrieb rasant: 2000 erfolgte der Umzug von Zwickau nach Crimmitschau, 2003 dann die Übernahme durch die Heitkamp & Thumann-Gruppe und Umbenennung in H&T Produktions Technologie GmbH. Das Düsseldorfer Familienunternehmen vereint mehr als 20 mittelständische Firmen und beschäftigt weltweit mehr als 2300 Mitarbeiter in neun Ländern.

Seit der Übernahme hat der neue Besitzer nicht nur in neue Anlagen investiert, sondern auch das Know-how des Betriebes in der Umformtechnik kontinuierlich ausgebaut. War er davor als Maschinenbauer zumeist abhängig von Pressenherstellern, so produziert er heute die Pressen einschließlich vor- und nachgelagerter Systeme selbst. "Als wir 2008 die erste Servospindelpresse auf den Markt gebracht haben, wurde die Anlage noch als Exot betrachtet", meinte Gruner. Mittlerweile wurden mehr als 20 Maschinen verkauft, die Nachfrage sei anhaltend hoch. Solche Pressen stehen unter anderem in den USA und in Frankreich. Weiterhin ist das Unternehmen in Ungarn, Großbritannien, Indien, China, Mexiko und der Türkei vertreten - dort vor allem mit mechanischen Pressen sowie Werkzeugen und automatisierten Transportsystemen für die gesamte Pressentechnik. Insgesamt werden jährlich rund 17 Millionen Euro Umsatz erwirtschaftet, in der gesamten Gruppe sind es rund 500 Millionen Euro.

Auch für dieses Jahr sind die Aussichten gut. "Wir hatten noch nie so viele Aufträge für Servospindelpressen", meinte Gruner. Dabei werden erneut zwei Maschinen in die USA gehen, es ist bereits die dritte und vierte.

Alle Produkte werden in dem Betrieb entwickelt und gefertigt. "Aktuell arbeiten wir zum Beispiel daran, unsere Technik noch intelligenter zu machen und damit dem Bedienpersonal die Arbeit zu erleichtern", meinte Gruner. "Sich selbst regulierende Systeme sind unser Ziel." Dafür benötigt das Unternehmen bereits jetzt und auch in den nächsten Jahren Fachkräfte. Schon heute sind 30 bis 35 Prozent der insgesamt 92 Mitarbeiter Ingenieure. "Wir haben ein gutes Arbeitsklima und für die Mitarbeiter Perspektiven", meint Gruner. Das bestätigt Thomas Schüler: "Ich habe eine Firma gesucht, in der ich mich entwickeln kann." Der Diplom-Ingenieur arbeitet derzeit im Vertrieb.

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