Crimmitschau schaltet Parkscheinautomaten ab

In der Stadt hat eine Testphase begonnen. Für die Stellplätze im Zentrum werden vorerst keine Gebühren verlangt.

Crimmitschau.

Autofahrern, die im Crimmitschauer Stadtzentrum parken, bleibt vorübergehend die Suche nach dem Kleingeld erspart. In der Pleißestadt wird seit gestern das Gratis-Parken getestet. An zwei Stellen können die Fahrzeuge bis zum 28. Oktober kostenlos abgestellt werden: auf dem Parkplatz an der Schulstraße für bis zu eine Stunde und im verkehrsberuhigten Bereich an der Friedrich-August-Straße und der Silberstraße für bis zu drei Stunden. Dabei muss die Parkscheibe eingelegt werden. Das gilt momentan auch für die Parkplätze auf dem Kirchplatz, wo der Parkscheinautomat nach einem versuchten Aufbruch nicht mehr funktioniert. Bisher mussten 50 Cent für eine Parkzeit von einer Stunde eingeworfen werden.

Somit kann momentan auf allen städtischen Flächen im Stadtzentrum von Crimmitschau kostenlos geparkt werden. "Damit geben wir die passende Antwort auf die Erhöhung der Parkgebühren in Zwickau", sagt Jörn Hinze vom Sportshop "Running Man". Eva Würker von der Rathaus-Buchhandlung macht deutlich: "Für die Kunden ist es günstig, wenn sie während des Einkaufsbummels nicht immer auf die Uhr schauen müssen." "Es ist immer besser, wenn die Kunden das Geld nicht in die Parkscheinautomaten stecken müssen und es stattdessen in den Geschäften ausgeben können", begrüßt Andreas Näser, Vorsitzender der Werbegemeinschaft, die Initiative. Innerhalb der Stadtverwaltung wurde bereits im Dezember 2015 eine Überarbeitung des Parkkonzeptes angeregt. Im Februar und März hatten die Mitarbeiter aus dem Rathaus die Daten zur Auslastung der Parkplätze erfasst. Das soll nun in der Testphase noch einmal wiederholt werden.

Von der Industrie- und Handelskammer wird der Vorstoß aus Crimmitschau begrüßt. Zwei Drittel der Kunden würden mit einem privaten Fahrzeug in die Innenstadt kommen. Der Anteil nehme weiter zu. "Deshalb muss das Parken so einfach wie möglich gestaltet werden", sagt Kathrin Stiller, Referatsleiterin für Handel und Dienstleistungen. Sie berichtet, dass im Zentrum von Crimmitschau insgesamt 570 Stellplätze zur Verfügung stehen. "Sollte die neue Parkregelung in Crimmitschau dauerhaft Bestand haben, wäre sie ein weiterer Baustein in den Bemühungen zur Erhöhung der Attraktivität der Innenstadt", sagt Stiller.

Bei der Vorbereitung der Test- phase lief die Kommunikation nicht ganz reibungslos. Etliche Innenstadthändler hatten erst durch eine Umfrage der "Freien Presse" von der Möglichkeit des Gratis-Parkens erfahren. Auch mit Beginn des Versuchs hat die neue Regelung gestern Vormittag für einige Irritationen gesorgt, da unter der Parkplatz-Beschilderung der Zusatz "mit Parkschein" noch nicht verdeckt war. Nur an den Parkscheinautomaten befand sich - mit braunem Klebeband befestigt - ein Zettel mit dem Hinweis "Außer Betrieb. Bitte Parkscheibe einlegen." Auf weitere Informationen zur Testphase wird verzichtet.

Die Einnahmen aus den Parkgebühren, die Crimmitschau bis Ende September verbucht hat, belaufen sich auf 14.754 Euro. Vorerst landet kein Geld mehr in den Parkscheinautomaten. Die Testphase kann aber vorzeitig beendet werden.

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