Das älteste Gotteshaus freut sich auf die neuen Glocken

Erstmals nach einer siebenjährigen Pause erklingt am Sonntag wieder das Geläut der St.-Laurentius-Kirche Crimmitschau. Die Vorfreude ist riesig.

Crimmitschau.

Das wird ein historischer Moment für viele Einwohner von Crimmitschau: Nach siebenjähriger Pause sollen die Glocken der St.-Laurentius-Kirche am Sonntagvormittag erstmals wieder läuten. "Die Glocken unserer Kirche begleiten das Geschehen und die Entwicklung von Crimmitschau seit Jahrhunderten. Wir spüren eine große Dankbarkeit, dass sie pünktlich zum ersten Advent wieder erklingen", sagt Pfarrer Ferry Suarez.

Zum Gottesdienst am Sonntag wird mit einem großen Andrang gerechnet. Beginn ist 10.15 Uhr. In der Laurentiuskirche erklingt die Bachkantate "Nun komm, der Heiden Heiland". Nach der Predigt von Pfarrer Ferry Suarez wird die feierliche Zeremonie auf dem Kirchplatz fortgesetzt. Er geht davon aus, dass die neuen Bronzeglocken vermutlich gegen 11 Uhr erstmals gemeinsam läuten. Suarez: "Das komplette Geläut ist dann für rund zehn Minuten zu hören." Künftig erklingen die Glocken im ältesten Gotteshaus der Stadt wieder dreimal am Tag - jeweils 8, 12 und 18 Uhr. Darauf musste in den vergangenen sieben Jahren verzichtet werden.

Ein Glockensachverständiger verhängte nach einer Prüfung, die 2012 stattfand, ein Läuteverbot. Der Grund: Die Schwingungen der schweren Stahlglocken verursachten Schäden am Turm der St.-Laurentius-Kirche. Damit mussten sich die Verantwortlichen der Kirchgemeinde auf die Suche nach finanziellen Mitteln für die Sanierung des Turmes und die Anschaffung von Glocken begeben. "Das war eine besondere Herausforderung, da wir erst kurz zuvor mit dem Einbau der neuen Orgel ein großes Projekt abgeschlossen hatten", erinnert sich Ferry Suarez.

Die aktuellen Kosten belaufen sich auf rund 190.000 Euro für die Sanierung des Kirchturmes und auf rund 110.000 Euro für die neuen Glocken. Die beiden Vorhaben müssen - zumindest finanztechnisch - getrennt betrachtet werden. Nur fürdie Kirchturmsanierung ist eine Förderung aus dem Programm "Aktive Stadt- und Ortsteilzentren" möglich. Aus den Töpfen kommen 130.000 Euro - jeweils zu einem Drittel von Bund, Freistaat und Stadt. Der Rest wird über Spenden finanziert, die in den letzten Jahren gesammelt wurden.

Die drei neuen Bronzeglocken wurden im Juni in Innsbruck gegossen. Im August begannen die Arbeiten für die Sanierung des Turmes an der Laurentiuskirche. Am 15. September fand die Glockenweihe vor rund 500 Besuchern auf dem Kirchplatz statt. Das alte Geläut wurde mittlerweile in den "Garten der Besinnung" im Deutschen Landwirtschaftsmuseum im Ortsteil Blankenhain gebracht. Ein Spezialkran hob die Glocken, die 540, 650 und 1300 Kilogramm wiegen, am 11. Oktober auf den Kirchturm.

Holm Schädel hat die Entwicklung in den letzten Monaten mit derKamera festgehalten. Der Crimmitschauer wird aktuelle Fotos undVideos sowie Aufnahmen vonder Glockenweihe, die 1958 stattfand, am Freitag ab 19.30 Uhr ineinem Vortrag im Pfarramt zeigen.

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