Das wollen die Kandidaten für Werdau

Wahlen 2019 Am 26. Mai wird in Werdau ein neuer Stadtrat gewählt. Neun Parteien und Wählervereinigungen bewerben sich um die Sitze in diesem Gremium.

Werdau.

26 Sitzen im Werdauer Stadtrat stehen 72 Bewerber gegenüber, die sich am 26. Mai zur Kommunalwahl um einen Platz in diesem Gremium bewerben. Sie kommen aus neun Parteien und Wählervereinigungen. Erstmals bewirbt sich die Alternative für Deutschland (AfD). Als "grüne Liste" tritt Bündnis 90/Die Grünen in Werdau das erste Mal an. Für die NPD bewirbt sich ein Kandidat. "Freie Presse" hat die Kandidaten nach den Schwerpunkten ihres Wahlprogrammes und nach den Zielen gefragt.

CDU (17 Kandidaten): Die CDU möchte die Attraktivität der Stadt für junge Menschen und Familien weiter steigern. "Dazu gehört für uns, weiter auf Werdau als Bildungsstandort zu setzen, sowie bedarfsgerechte Investitionen in Kindereinrichtungen und Schulen", sagt die Fraktionsvorsitzende im Stadtrat, Angelika Schunck. Ein weiterer Schwerpunkt sei die Verbesserung des Wohnumfeldes. Besonders im Stadtzentrum sehe man den größten Bedarf dafür. Außerdem will sich die Partei für den Erhalt der Freizeiteinrichtungen stark machen und dabei besonders für das Hallen- und Freibad "Webalu". Die CDU möchte die Anzahl junger Menschen und der Frauen im Werdauer Stadtrat erhöhen.


Unabhängige Liste (11 Kandidaten): "Das wichtigste Ziel für die kommende Wahlperiode ist mehr Transparenz der Arbeit von Stadtverwaltung und Stadtrat sowie der Ortschaftsräte", sagt OB-Kandidat Sören Kristensen. Mehr Bürgernähe, unter anderem durch ein Bürgerbüro, ist durchzusetzen. "Wir sprechen uns für den Erhalt aller unserer Bäder und aller anderen freiwilligen Leistungen aus." Investitionen sind fortzuführen, aber mit Augenmaß. "Wir wollen, dass unsere Bürger sich darauf verlassen können, dass wir Steuern und Abgaben nur in der Höhe erheben werden, die wir für unsere Aufgabenerfüllung benötigen. Den Grundsteuer-Hebesatz wollen wir wieder unter das Niveau des Oberzentrums Zwickau senken." Die Unabhängige Liste will Fraktionsstärke erreichen und alle Gremien besetzen, Mindestziel seien vier bis fünf Sitze.

Die Linke (10 Kandidaten): "Unser Hauptziel ist eine Kommunalpolitik mit und für den Bürger", sagt Ortsverbandschef und Stadtratsmitglied Heiko Döhler. Außerdem favorisiert die Partei einen Bürgerhaushalt. Leistungsstarke kommunale Gesellschaften, der Erhalt und Ausbau der Sport-, Freizeit- und Bildungseinrichtungen sowie die Entwicklung der Naherholung im Siedlungs- und Kleingartenbereich seien weitere Schwerpunkte. Außerdem liege den Linken eine bezahlbare Betreuung in den Kindertagesstätten am Herzen.

Freie Wählergemeinschaft Werdau (10 Kandidaten): Die Erhöhung der Grundsteuer B habe man gegen die Stimmen des OB, von CDU und Die Linke nicht verhindern können. Ebenso wenig wie den Rückbau des Wehres im Königswalder Bach, sagte Stadtrat Bernd Gerber. Die Steuersenkung sei deshalb ein vordringliches Ziel, ebenso wie die Verbesserung von Ordnung und Sauberkeit. Auch für den Erhalt des "Webalu" setze man sich ein. Realistisch sind drei bis vier Sitze im künftigen Werdauer Stadtrat, schätzt Bernd Gerber ein.

SPD (8 Kandidaten): Werdau hat in der Innenstadt sehr viele schützenswerte Gebäude, wie die Fabrikantenvilla Hünchen. Der Verfall müsse aufgehalten werden, sagt Spitzenkandidat Wolfram Seidel. Jährlich müsse ein Haus von der kommunalen Gebäude- und Grundstücksverwaltung saniert und vermarktet werden. Städtische Aufträge sollten an Firmen nur mit Tarifbindung vergeben werden. Die dauerhafte Schließung des "Ratskellers" müsse verhindert werden. Dies komme einer Bankrotterklärung einer Stadt gleich. Die Sanierung sei in den vergangenen Jahren versäumt worden, sagte Seidel, der gemeinsam mit drei weiteren Kandidaten in den Stadtrat einziehen möchte.

FDP (7 Kandidaten): Die FDP setzte sich für die Stärkung der schul- und Kindereinrichtungen ein, sagt Dieter Theis. "Der Sanierungsstau muss beendet werden." Außerdem liegt den Freien Demokraten die Verbesserung von Ordnung und Sicherheit am Herzen. Auch die Senkung der kommunalen Steuerlast sei ein Wahlkampfthema. "Es wäre schön, wenn wir wieder in Fraktionsstärke mit drei Bewerbern in den Stadtrat einziehen würden."

Alternative für Deutschland (5 Kandidaten): "Die Schwerpunkte für die Arbeit im Werdauer Stadtrat umfassen neben Themen der Sicherheit, der Infrastruktur, der Kinder- und Schülerbetreuung, des Umweltschutzes auch die Betrachtung des bereits vorhandenen, aber künftig akut werdenden Ärztemangels", sagt Spitzenkandidat Michael Wezel. Die AfD möchte ein Team von fünf Kandidaten im künftigen Stadtrat aufstellen.

Bündnis 90/Grüne (3 Kandidaten): "Unsere wichtigsten Ziele für Werdau sind, das Bürgerengagement stärker zu unterstützen und zu würdigen, der Jugend und den Familien mehr Mitbestimmung zu ermöglichen und mehr Kultur in Werdau zuzulassen", sagt Spitzenkandidat André Oehler. Drei Plätze seien das Wahlziel. "Im Vergleich zu den großen Fraktionen im Stadtrat ist das sehr wenig, wir treten aber auch in Werdau als ,Grüne Liste' das erste Mal an.".

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