Dem rätselhaften Hummelsterben auf der Spur

Ein Leser der "Freien Presse" entdeckt hunderte toter Insekten in der Nähe des Westsachsenstadions

Zwickau.

Viele Gartenbesitzer freuen sich, wenn sich Hummeln zu ihnen verirren, gelten die gemütlichen dicken Blütenbesucher doch als erstklassige Bestäuber. Sorgen hat sich dagegen ein Leser der "Freien Presse" gemacht, als er am Mittwoch auf dem Fußweg zwischen Westsachsenstadion und dem Poco-Einkaufsmarkt in Zwickau hunderte toter Hummeln entdeckte. Woran kann der Exodus liegen? Ein falsches Pflanzenmittel, Abgase, eine Bienenseuche?

Die genaue Ursache für den Massentod auf dem Fußweg kennt die untere Naturschutzbehörde im Zwickauer Landratsamt zwar nicht. Allerdings verweist sie auf ein jährlich wiederkehrendes Phänomen, mit dem sich das große Sterben begründen lässt: die Lindenblüte. Laut Kreissprecherin Ilona Schilk könne man jedes Jahr zu dieser Zeit beobachten, dass unter blühenden Lindenbäumen stets eine große Menge toter Hummeln liegen würde.


Nach Angaben des Naturschutzbundes Deutschland (Nabu) verhungern die Hummeln einfach. Sie brauchen ihre Zuckerreserven auf und sterben anschließend. Zur Blütezeit der Linden sind die Reserven so gut wie leer, die Tiere suchen dann zwar noch die Bäume auf, sind aber schon zu schwach für eine Nahrungsaufnahme. Außerdem kämpfen zu viele Hummelvölker um das sehr begrenzte Nahrungsangebot. Der Nabu empfiehlt Gartenbesitzern daher, das Nahrungsangebot zu verbessern. Das bedeutet, auf nektarreiche wilde Blütenpflanzen statt auf farbenprächtige, aber nektararme Pflanzen zu setzen. Das Abmähen von Wiesen verschärfe das Problem. Blühende Wildpflanzen seien eine Lösung. (ael)

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