Den eigenen Horizont erweitern

Crimmitschauer Gymnasiasten schnuppern in Forschungsprojekte hinein. Werdauer Jugendliche rührt das Schicksal eines Jungen. Heimatverbundener bereitet mehrere Stadtführungen vor.

Janine Friderici (37), Crimmitschauer Filialleiterin der Volksbank Chemnitz, kam zur Eröffnung des Kreativ- und Kommunikationscentrums in seinen neuen Räumen Am Mühlgraben 1 nicht mit leeren Händen. Sie überreichte einen Scheck von 330 Euro an Einrichtungsleiterin Simone Tauber und die Vorstandsvorsitzende des Trägervereins, MUZ Kreation, Anke Jahn. "Für uns als Genossenschaftsbank vor Ort ist es eine Herzensangelegenheit, mithilfe unseres Gewinnsparens Projekte in der Region zu fördern", sagte Janine Friderici. Die Reinerträge, die aus dem Gewinnsparen - eine Mischung aus Lotterie, Sparen und sozialem Engagement - in diesem Jahr schon zusammenkamen, betragen rund 64.000 Euro. "Wir werden das Geld gut anlegen. Für unser neuen Räumlichkeiten ist noch einiges anzuschaffen", sagte Anke Jahn. Die Einrichtung will sich zu einem soziokulturellen Zentrum entwickeln, in dem sich viele Vereine und Interessengruppen treffen und eine Heimstatt haben. Der Umzug aus dem früheren Vereinsdomizil war nötig, weil das Haus in der Leipziger Straße in den kommenden Monaten abgerissen wird.rdl

20 Jugendliche der Klassen 12 des Julius-Motteler-Gymnasiums Crimmitschau haben das mittlerweile 10. Experimentalpraktikum an der TU Bergakademie in Freiberg absolviert. Durch eine erfolgreiche Kooperation mit der TU wurde den naturwissenschaftlich interessierten Schülern des Bionik-Grundkurses ein Einblick in diverse Experimente geboten. So erforschte man die Jagdtechnik des Schützenfisches, die Aerodynamik des Seeadlerflügels sowie deren Anwendung in der Technik. Ein besonderes Highlight war die Programmierung eines NAO-Roboters, der durch das Tippen der Schüler am PC menschliche Züge annahm. Den Abschluss des Forschungsbesuchs an der Universität bildete eine Campustour, welche potenzielle künftige Studenten über die traditionsreiche Universität informierte. Die theoretisch erlangten Erkenntnisse wurden dann realitätsnah nachempfindbar, als ein Besuch bei BEFESA Zink Freiberg auf der Tagesordnung stand. Bei einer Betriebsführung wurden die komplexen chemischen Prozesse vorgestellt und die Jugendlichen konnten im Chemieunterricht erlangtes Wissen auf die Arbeit der Recyclingfirma projizieren. Alle zogen ein durchweg positives Fazit über die dreitägige Forschungsexkursion in Freiberg.fp

Jens Eberlein (52), Inhaber der gleichnamigen Holzspielzeugfirma an der Dr. Külz-Straße in Werdau, hatte anlässlich des 60-jährigen Bestehens seines kleinen Unternehmens Besuch vom Werdauer Oberbürgermeister Stefan Czarnecki (CDU). "Ich selbst besitze noch Fahrzeuge aus der Produktion. Die Werdauer Holzspielzeuge werben erfolgreich mit Qualität und Beständigkeit", sagte das Stadtoberhaupt innerhalb eines Firmenbesuches. Anlässlich des 60-jährigen Bestehens haben sich die Werdauer Spielzeugmacher etwas ganz Besonderes ausgedacht. Streng limitiert auf 60 Exemplare ist ein Lkw mit grünem Aufbau und dem Jubiläums-Logo. Bisher nur als Muster existiert ein Räucherhäuschen in Gestalt der Werdauer Annoncenuhr. "Die Annoncenuhr ist, genau wie unsere anderen Produkte, gegen einen Aufpreis individuell wandelbar und somit sehr vielfältig", sagt Jens Eberlein. Voraussichtlich ab Mitte November wird das Werdauer Wahrzeichen, dessen Entstehung in Zusammenarbeit mit der Stadt passiert ist, in der Firma und auf Bestellung auch in der Stadtinformation zu bekommen sein.rdl

Thomas Darchinger (55), Schauspieler und Synchronsprecher, war im Alexander-von-Humboldt-Gymnasium Werdau zu Gast. Den Schülern brachte der Adolf-Grimme-Preisträger, begleitet von Wolfgang Lackerschmid auf dem Vibrafon das Schicksal von sechs Millionen Menschen im Holocaust nahe. Er erzählte vom 13-jährigen Solly, dessen Kindheit zu Ende ist, als deutsche Truppen im Sommer 1941 in seine Heimatstadt Kaunas in Litauen einfallen. Solly überlebt das Ghetto und das KZ und erfährt am eigenen Leib, an den Schicksalen von Freunden und Verwandten, was der Nationalsozialismus unter "Vernichtung der Arbeit" versteht. "Mitreißend und sehr intensiv war die Lesung. Aber mir fehlen einfach die Worte, Worte allein können diese Veranstaltung nicht wiedergeben", so lautete das Fazit von Fritz Raschke aus der Klasse 11. Thomas Darchinges Botschaft an die Werdauer Schüler: "Engagiert euch! Nehmt die Werte unserer Demokratie als Chance ernst und tretet für deren Erhalt ein!"rdl

Mike Rink (39), geschichtsinteressierte Werdauer, will Besucher und Bewohner der Stadt ab dem kommenden Frühjahr mit auf Entdeckungsreisen nehmen. Innerhalb von drei thematischen Stadtführungen sollen Besonderheiten von Werdau bekannter gemacht werden. So sind zum Beispiel unter dem Motto "Unter Dampf und Mobilität" Dampfmaschinen in Aktion und Oldtimer zum Anfassen zu erleben. Für Kinder geht es auf Schatzsuche, zur Kräuterkunde oder zum Bau eines Tipis. Bei den "Werdauer Welten" soll Verborgenes entdeckt werden, unter anderem bei einer Turmbesteigung. "Der Inhalt der thematischen Führungen steht. Ich knüpfe damit an die Stadtspaziergänge an, die ich 2013 in Werdau durchgeführt habe." Jedes erste Wochenende im Monat sollen Interessierte ab 2019 auf Entdeckungstour gehen können.rdl

Der Kunstverein Zwickau hat in dieser Woche im Kundenberatungszentrum der Zwickauer Energieversorgung seinen Kalender für das Jahr 2019 offiziell der Öffentlichkeit präsentiert. Es ist der inzwischen 13. Kalender, den die Künstler in Zusammenarbeit mit dem regionalen Energieversorger herausbringen. Thematisch widmet er sich diesmal einem besonderen Kapitel der Bildhauerei innerhalb des Kunstvereines. Die ausgewählten Motive zeigen einen Querschnitt der Ergebnisse der in der Muldestadt bislang durchgeführten Internationalen Bildhauersymposien. Sechs derartige Veranstaltungen hat der Kunstverein seit 1994 in Zwickau auf die Beine gestellt. "Insgesamt haben an den Symposien 64 Künstler aus 20 Ländern teilgenommen. Die künstlerische Breite und Vielfalt der dabei geschaffenen Werke ist sehr beeindruckend", sagte Kunstvereinsvorsitzender Siegfried Wagner (78). Im Kundenzentrum der Zwickauer Energieversorgung, Bahnhofstraße4, findet bis zum 23. November außerdem eine begleitende Ausstellung zum Kalender statt. Sie zeigt auf Bildtafeln alle Arbeiten, die im Rahmen der Symposien entstanden sind.awo

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