Der große Sohn ist nicht vergessen

Gleich zwei Premieren gab es bei der traditionellen Geburtstagsfeier für den in Zwickau geborenen Komponisten Robert Schumann: Erstmals sangen Schülerinnen und Schüler des Clara-Wieck-Gymnasiums ein Ständchen. Und Schumanns Witwe war auch dabei.

Zwickau.

Zum 209. Geburtstag von Robert Schumann haben mehr als 100 Frauen, Männer und Kinder am Samstag einer Feier vor dem Schumanndenkmal am Zwickauer Hauptmarkt beigewohnt. Ein Jugendchor aus Acht- und Neuntklässlern des Clara-Wieck-Gymnasiums (Leitung: Simon Voigtländer) sang das Geburtstagsständchen, Schumanns Witwe Clara (gespielt von Christine Adler) plauderte im Gespräch mit Schumannhaus-Leiter Thomas Synofzik aus dem Leben der beiden Komponisten.

Schumann, am 8. Juni 1810 direkt in jenem Haus am Hauptmarkt in Zwickau geboren, in dem seit dessen 100. Todestag 1956 das Robert-Schumann-Haus untergebracht ist, gilt als großer Komponist und Musikschriftsteller der Romantik. Für seine Popularität bis heute ist auch eine der laut Thomas Synofzik weltbesten Schumannsängerinnen verantwortlich: Mitsuko Shirai. Die 72-jährige Japanerin gewann als erste nichteuropäische Sopranistin 1974 den Schumannwettbewerb und ist derzeit als Meisterkurs-Dozentin in Zwickau zu Gast. Wie sie verriet, singt sie noch heute. Zum Geburtstag legte sie - wie viele Besucher auch - eine rote Rose am Denkmal ab - neben die Gestecke, mit denen die Stadt Zwickau, die Robert-Schumann-Gesellschaft und das Philharmonische Orchester des Theaters Plauen-Zwickau den Komponisten ehrten.


Eigentlich geht es in diesem Jahr in der Schumannstadt Zwickau aber um Clara Schumann, geborene Wieck, denn deren Geburtstag jährt sich am 13. September 2019 zum 200. Mal. Die 62-jährige Christine Adler, Musiktherapeutin und Autorin, war am Samstag in ein historisches Gewand geschlüpft und verkörperte die ebenfalls begnadete Künstlerin. Sie berichtete von Clara Wiecks erstem Aufenthalt 1832 in Zwickau als 13-Jährige, bei dem ihr Robert Schumanns Mutter prophezeit habe, dass sie ihn heiraten werde; von den Widerständen ihres Vaters gegen die Hochzeit der Beiden, von ihrem Tagebuch, das für die viel beschäftigte Frau und Mutter zu einem ständigen Begleiter wurde ... Derzeit bereitet Christine Adler gemeinsam mit Achtklässlern aus dem Clara-Wieck-Gymnasium ein Musikprojekt vor, das im September im Schumannhaus und zum Historischen Markt zu erleben sein wird. Es trägt den Titel "Kids mit Clara in Nöten".

Zwickaus Baubürgermeisterin Kathrin Köhler (CDU) verwies auf die zahlreichen Veranstaltungen, mit denen Zwickau seinen großen Sohn, "das 1-A-Aushängeschild unserer Stadt", und die aus Leipzig stammende Clara Schumann ehrt. Das nächste Ereignis ist das romantische Lichterfest am Freitag dieser Woche am und auf dem Schwanenteich - eine Veranstaltung des Schumannfestes "Clara 200". Vergangenen Freitag wurde zudem die Sonderausstellung "Clara on tour" im Schumannhaus eröffnet.

www.schumann-zwickau.de

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