DRK-Kreisverband verlegt Sitz von Crimmitschau nach Werdau

Der Wohlfahrtsverband investiert sechs Millionen Euro in das Projekt und will im Neubau seine Angebote bündeln. Doch warum gerade in Werdau?

Werdau/Crimmitschau.

Der DRK-Kreisverband Zwickauer-Land will im Zentrum von Werdau kräftig investieren. Am Gedächtnisplatz soll für rund 6 Millionen Euro ein Neubaukomplex entstehen. In dem Objekt will der Wohlfahrtsverband künftig mehrere seiner Angebote bündeln. Dazu gehören unter anderem die Geschäftsstelle, der Fahrdienst, die Finanzbuchhaltung und der IT-Bereich, die bisher am Firmensitz des Kreisverbandes in Crimmitschau zu finden sind.

Mit einziehen sollen ebenfalls die Aus- und Weiterbildung sowie die Schwangerenberatung, die derzeit noch im Schützenhaus an der Zwickauer Straße in Werdau untergebracht sind. Auf dem Areal ist auch eine neue Halle für den Katastrophenschutz vorgesehen. Der hat derzeit noch sein Domizil in einem der Gebäude des ehemaligen Kartoffellagerhauses in Langenhessen. Geplant ist zudem ein Neubau für Betreutes Wohnen. "Das Grundstück haben wir bereits gekauft und auf dem Areal mit der Rodung des Wildwuchses begonnen. Läuft alles nach Plan, erfolgt Anfang des dritten Quartals der erste Spatenstich", sagt der Vorstandsvorsitzende des DRK-Kreisverbandes, Lars Kretzschmar.

Notwendig macht sich der Neubau, weil der Wohlfahrtsverband an seinem jetzigen Standort die Kapazitätsgrenzen erreicht hat. Der Kreisverband hat seit 1920 seinen Sitz in einem ehemaligen Fabrikgebäude an der Leipziger Straße am Rande des Stadtzentrums. "Seitdem erfolgten mehrere Umbauten, doch das Ganze ist nicht mehr zeitgemäß. Eine Modernisierung der vorhandenen Gebäudesubstanz würde mehr kosten als ein Neubau", sagt Kretzschmar. Nachdem die Suche nach einem Ersatzgrundstück in Crimmitschau nicht den gewünschten Erfolg brachte, wurde der Verband in Werdau fündig. "Das Gelände bietet mehrere Vorteile. Es liegt zentral. Der Bus hält genau vor dem Eingang. Einkaufsmöglichkeiten sind in der Nachbarschaft vorhanden, und verkehrsmäßig ist der Standort sehr gut erreichbar. Hinzu kommt, das etliche Partner, mit denen wir zusammenarbeiten, in der Nähe sind. Dazu gehören beispielsweise die Pleißentalklinik, Polizei und das Landratsamt", so Kretzschmar. Auch nach dem Umzug von Crimmitschau nach Werdau wird sich die Organisation nicht ganz vom alten Standort verabschieden. Der DRK-Markt bleibt im Objekt. "Was mit den restlichen Gebäuden wird, ist noch nicht entschieden."

Der DRK-Kreisverband hat bereits in den zurückliegenden Jahren mehrere Neubauprojekte umgesetzt. Jüngsten Beispiel ist der Komplex für Betreutes Wohnen an der Pestalozzistraße in Neukirchen mit seinen 54 Appartements. 8 Millionen Euro kostete das Projekt, das im Vorjahr eingeweiht wurde. Zu den weiteren großen Vorhaben in den zurückliegenden Jahren zählt ebenso der Neubau des Wohnheimes für Menschen mit Behinderungen an der Mühlgasse. Das Objekt, das 2001 errichtet wurde, kostete 6 Millionen D-Mark. 2004 modernisierte der Wohlfahrtsverband das Schützenhaus an der Zwickauer Straße in Werdau. Die Kosten beliefen sich auf 4 Millionen Euro.

Der DRK-Kreisverband gehört zu den größeren Wohlfahrtsverbänden im Pleißenland. Neben den 270 Beschäftigten zählt das DRK rund 400 ehrenamtliche Mitstreiter sowie 1700 Fördermitglieder. Die meisten Beschäftigten (130) sind in den vier Pflegeeinrichtungen des Kreisverbandes tätig, gefolgt von denen im Rettungsdienst (70). Die Palette reicht von Essen auf Rädern, der Kinder- und der Seniorenbetreuung bis hin zu verschiedenen Hilfs- und Beratungsangeboten und zwei Märkten.

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