Ei, Ei: Hier schlüpfen jede Woche Küken

Rund 200 Geflügelzüchter aus Sachsen lassen ihren gefiederten Nachwuchs bei einem Leubnitzer ausbrüten.

Leubnitz.

Exakt 37,9 Grad Celsius und 52 Prozent Luftfeuchtigkeit - in diesem Klima entwickeln sich in der Geflügelbrüterei von Siegfried Pöcker aus Eiern Küken. Jetzt herrscht Hochbetrieb in den drei Brutschränken des Leubnitzers. "Die Geflügelzüchter kommen nicht nur aus dem hiesigen Kreisgebiet. Ich habe welche, die bringen die Eier aus Annaberg-Buchholz, Crottendorf, Bad Düben, ja sogar von der tschechischen Grenze zu uns nach Leubnitz."

In der Brüterei gibt es festgelegte Regeln. "Die Eier werden immer freitags in die Brutschränke einsortiert. Drei Wochen später sind die Küken geschlüpft. Die werden dann von uns gegen die Geflügellähme geimpft und können ab Freitagnachmittag von den Züchtern abgeholt werden. Bei Gänseeiern dauert die Brut 30 Tage", erklärt der gelernte Landwirt und Landmaschinenschlosser.

Rund 200 Züchter wenden sich an den 80-Jährigen, um ihren gefiederten Nachwuchs fachgerecht zur Welt bringen zu lassen. "Im Vorfeld kann man nie sagen, wie viele der abgegebenen Eier auch wirklich befruchtet sind. Das bleibt immer ein Unsicherheitsfaktor", sagt der Senior, der selbst Zwerghühner der Rasse Amrock züchtet und Mitglied im Fraureuther Rassegeflügelzuchtverein ist. Um zu sehen, ob unter der Schale ein Jungtier heranwächst, werden die Eier nach rund einer Woche durchleuchtet und die tauben aussortiert. Zu 95 Prozent sind es Eier von bis zu circa 40 Hühnerrassen, die in Leubnitz ausgebrütet werden. "Aber auch Gänse, Enten und Wachteln sind dabei", sagt Siegfried Pöcker, der das Gewerbe früher auch einige Zeit im Haupterwerb betrieben hat. Damit nichts durcheinander geht und jeder Züchter auch seine Küken bekommt, vermerken die Pöckers alles ganz genau in einem Brutbuch. Die Eier selbst werden mit Nummern gekennzeichnet, die dem jeweiligen Züchter zugeordnet sind. Ab Ende Februar herrscht ungefähr vier Monate lang Hochsaison in der Leubnitzer Geflügelbrüterei. Dann packt auch oftmals die ganze Familie mit an. "Mit Ostern hat das aber alles nichts zu tun", meint der Experte schmunzelnd. "Die Züchter möchten, wenn die Vereinsausstellungen anstehen, schöne und gut ausgebildete Tiere haben."

Und die Aussteller sind froh, dass sie sich seit Jahren an den versierten Experten wenden können. "Siegfried Pöcker betreibt die Brüterei seit mehr als 50 Jahren und das mit großer Fachkunde", sagt Sebastian Dalibor, Mitglied bei den Rassegeflügelzüchtern aus Langenreinsdorf.

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