Eine Paradies für Falter, Käfer und Co.

Insekten summen, Falter flattern umher, und in der Luft liegt ein milder Duft. Bei einem Spaziergang durch die Sandgrube von Waldsachsen kann man mit allen Sinnen genießen. Für seltene Tierarten ist der Tisch gut gedeckt.

Waldsachsen/Crimmitschau.

Zehn Naturinteressierte entdecken am Samstagvormittag ein besonderes Stück Natur zwischen Waldsachsen und Crimmitschau. Denn in der ehemaligen Sandgrube in Waldsachsen können sich Flora und Fauna seit drei Jahrzehnten weitgehend ungestört entwickeln. "Hier leben bestimmt 15 Falterarten. Das ist schon beachtlich", sagt Maximilian Fraulob über das große und bunte Geflatter in dem Bereich, der auch die Teilnehmer des Rundganges begeistert.

"Es ist wirklich ein besonderes Areal, groß und vielseitig", sagt Christoph Müller vom Bund für Umwelt- und Naturschutz Deutschland (BUND), der erstmals im Gebiet der ehemaligen Sandgrube unterwegs ist. Es sind Lebensräume entstanden, die selten geworden sind. Maximilian Fraulob von der Kreisnaturschutzstation erläutert bei dem etwa dreistündigen Rundgang die Bedeutung des Gebietes. "Es ist ein Paradebeispiel für die halboffene Landschaft", sagt er über das Areal, bei dem besonders die Abschnitte als wertvoll gelten, an denen kein Wald gewachsen ist. Denn Büsche und kleine Bäume, dazwischen hohes Gras, Disteln und viele andere Blühpflanzen, sind ein Mix, der vielen Arten nützt. Mehrfach können die Besucher beispielsweise den Neuntöter sehen, der genau diesen Lebensraum braucht. "Der Vogel gehört zu den Tierarten, die sonst in der Agrarlandschaft nur selten vorkommen", erklärt Fraulob. Denn oft sind Felder mit Monokulturen bestellt, Hecken oder Streifen, in denen sich die Natur so entwickeln kann, wie sie will, werden kaum noch zugelassen. Um die Artenvielfalt zu erhalten, sind Eingriffe in einem Gebiet wie der ehemaligen Sandgrube nicht unumstritten und werden unter den Naturschützern diskutiert. Doch mache Lebensräume sollen unbedingt erhalten werden. Deshalb hat Fraulob beispielsweise damit begonnen, an den hohen Sandabbruchkanten Bäume zu fällen, damit der Sand weiter von der Sonne bestrahlt werden kann. Die brauchen beispielsweise die wechselwarmen Eidechsen. Den Sand benötigt auch der Sandlaufkäfer, der für die Eiablage Löcher in den Boden gräbt.


Mit Keschern fängt Fraulob auch Insekten ein, die er anschließend bestimmt. Der Schachbrettfalter als Schmetterling des Jahres ist genauso dabei wie Dickkopffalter, Wespenspinne, Sackkäfer oder das ziemliche seltene Sechsfleck-Widderchen. Wo sich Ackerkratzdistel, Wilde Karde als weitere Distelart, sowie Brennnesseln, Geäst und allerlei blühende Wildpflanzen ungehindert entfalten können, ist am meisten Leben zu erkennen, zeigt Fraulob den Naturliebhabern. Die heimische Tierwelt freut's.

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