Eine Turnhalle voll mit Kleidung

Zweimal im Jahr gibt es in Langenhessen einen großen Second-Hand-Markt für Kinderausstattung. Dabei werden auch unerwartete Sachen angeboten.

Langenhessen.

Der Parkplatz vor der Halle ist voll. Kleiderberge, soweit das Auge reicht, häufen sich drinnen auf Klapptischen. Dazwischen ganze Privatbibliotheken an Kinderbüchern und Unmengen an Spielzeug, die Kinderaugen zum Leuchten bringen.

Es ist Samstag, und im Koberbachcentrum, der "Blauen Tonne" in Langenhessen, findet wieder einmal der Kinder-Second-Hand-Markt statt. Dabei werden nicht Kinder verkauft, sondern das, was sie so brauchen. Heike Schlegel hat die Veranstaltung organisiert. Sie ist die Einrichtungsleiterin der Kindertagesstätte "Haus der kleinen Füße" in Langenhessen, die zur Volkssolidarität gehört. Schon seit mehreren Jahren leitet sie den Markt in der Halle, der im März und im September stattfindet.

"Dieses Jahr haben wir über 50 Händler, die sogar von Greiz bis hierher kommen, um ihre Sachen anzubieten", sagt Schlegel. Von Hosen über DVDs bis hin zu Fahrrädern und Playmobil-Steinen wird alles angeboten, was Kinder im Alter von eins bis zwölf benötigen. "Im ersten Jahr haben wir den Second-Hand-Markt noch in der Kita veranstaltet", sagt sie. Da habe man aber schnell gemerkt, dass der Platz nicht reicht, und daraufhin die Veranstaltung in die "Blaue Tonne" verlegt.

"Mehr als die Hälfte der Händler sind Stammkunden, die jedes Jahr teilnehmen", sagt Schlegel. "Da gibt es dann auch Platzwünsche, wo denn der Stand in der Halle genau stehen soll." Verpflegung gibt es in Form von Kuchen, den die Kinder aus dem "Haus der kleinen Füße" mit den Erzieherinnen gebacken haben. Denn wer auf Suche ist, der kann schon mal mehrere Stunden beim Handeln und Kaufen in der Halle verbringen. Auch Schlegel hat ein Puppenbett und Bücher für die Kita erworben. Sie ist seit 7 Uhr hier, um alles zu koordinieren. "Den ersten Kunden hatten wir 8.29 Uhr, obwohl der Markt eigentlich erst 8.30 Uhr öffnet", sagt sie. Das Ende der Veranstaltung ist dann für 12 Uhr geplant.

Anja Bamberg hat Erfahrung im Second-Hand-Geschäft. "Ich bin das vierte Mal hier dabei", sagt sie. Auf dem Tisch vor ihr liegen Berge von Shirts, Jeans und Jogginghosen von ihrem vierjährigen Sohn, dem die Sachen nicht mehr passen. Daneben eine Ecke mit Kinderspielzeug, an einem Kleiderständer hängen Jacken und ein Schwimmreifen. Sogar einen Taufanzug mitsamt Fliege und Stoffschuhen hat die Frau aus Neukirchen im Angebot. Bamberg ist zufrieden mit dem Geschäft: "Viele Leute kaufen gleich fünf bis zehn Hosen oder acht Shirts. Gerade in der Zeit vor Ostern wird auch Spielzeug gerne gekauft", sagt sie. Der Preis für die meisten Sachen bei ihr liegt zwischen 2 und 10 Euro.

"Das Geld kommt dann in die Sparbüchse meines Sohns", erzählt Anja Bamberg weiter. Gleich darauf kauft ein Paar acht Pullover und Bettwäsche, die Standmiete holt sie mit Leichtigkeit wieder rein. Aber sie wird auch wieder Sachen mit nach Hause nehmen. "Der Kinder-Second-Hand-Markt ist eine tolle Veranstaltung, bei der man mit Sachen, die man selbst nicht mehr braucht, anderen noch eine Freude bereiten kann", sagt Bamberg. "Außerdem mag ich den persönlichen Austausch lieber als den Online-Handel."

Der nächste Markt findet im September statt. "Da denken viele schon an Weihnachten und kaufen hier die Geschenke für ihre Kinder", sagt Organisatorin Schlegel. Das wäre auch an diesem Tag im März schon möglich: Immerhin steht an einem Stand eine komplette Modelleisenbahn zum Verkauf.


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