Eispiraten gewähren Blick hinter Kulissen

"Freie Presse" hatte am Sonntag zu einem Besuch des Kunsteisstadions eingeladen und mehr als 400 Interessenten folgten dem Ruf. Dabei gab es exklusive Blicke in Bereiche, die den Gästen sonst verborgen bleiben.

Crimmitschau.

Für Ina Kadler (48) und ihre Tochter Monique (21) hat es am Sonntagnachmittag nur ein Ziel gegeben: Das Kunsteisstadion in Crimmitschau. "Wir gehen regelmäßig zu den Heimspielen der Eispiraten und wollten unbedingt einmal einen Blick hinter die Kulissen werfen. Das ist ansonsten nicht möglich", sagte die Werdauerin. Dabei interessierten die Frauen besonders die Umkleidekabinen und die Mannschaftsräume. Enttäuscht wurden sie nicht. "So hatten wir uns das ungefähr vorgestellt, vielleicht ein bisschen unaufgeräumter", lautete das Resümee. Ermöglicht hatte die Stippvisite "Freie Presse". Die Heimatzeitung lud am Sonntag innerhalb der Reihe "Unentdeckte Orte" zu einem Besuch in das Reich der Eispiraten ein.

Einer der gefragtesten Gesprächspartner der zahlreichen Besucher war Jens Scholz. Der 55-Jährige ist bei der Stadtverwaltung Crimmitschau angestellt und arbeitet im Kunsteisstadion als einer von drei Eismeistern. Geduldig erklärte er den Besuchern, wie groß die Eisfläche ist (1800 Quadratmeter), wie dick die Eisschicht ist (3,5 bis 5 Zentimeter) oder wie lange der Aufbau dauert (circa 15 Minuten). All das interessierte unter anderem auch Regina Drescher aus Starkenberg, einer kleinen Gemeinde in der Nähe von Altenburg in Thüringen. "Ich gehöre seit Jahren zu den treuen Fans der Eispiraten. Als Mutter von sechs Kindern im Alter zwischen einem und 18 Jahren kann ich nicht jedes Heimspiel besuchen. Wir haben einen Dreiseithof und 75 Hasen sowie 30 Hühner, da ist man voll ausgelastet. Aber die Chance, einmal hinter die Kulissen der Eispiraten zu werfen, wollte ich mir einfach nicht entgehen lassen", sagte 36-Jährige.

Für Claus-Jürgen Schuster aus Crimmitschau war der Rundgang durch das Stadion eine Reise in seine eigene Vergangenheit. "Mein Vater war früher Objektleiter vom Stadion. Das hatte damals noch kein Dach. Ich selber war seit der Eröffnung des Stadion 1964 als Schiedsrichter tätig. Auf Beschluss der DDR-Regierung gab es Eishockey-Leistungssport ab 1970 nur noch in Berlin und Weißwasser. Damit war auch meine Zeit als Schiedsrichter vorbei", blickte der 71-Jährige zurück, während seine Blicke durch das Stadion gehen. "Hier hat sich in den zurückliegenden Jahren viel verändert. Heute gibt Crimmitschau in puncto Eishockey im Osten wieder mit den Ton an."

Besichtigt werden konnten am Sonntag im Kunsteisstadion unter anderem auch das Maschinenhaus, in dem Stefan Wolf den Besuchern Rede und Antwort stand. Der 59-jährige gehört ebenfalls zum Team der Eismeister. Für ihn und seine Kollegen beginnt nach dem Tag der offenen Tür die heiße Phase der Saisonvorbereitungen. "Wir beginnen am Montag mit dem Eisaufbau", sagte der Experte. Dabei hofft er auf ein Ende der Hitzeperiode. "Wenn die Außentemperaturen so hoch bleiben, brauchen wir für das Eis länger. So um die Null Grad wären eigentlich optimal. Damit werden wir wohl noch ein paar Wochen warten müssen." Egal wie das Wetter in den nächsten Tage wird: Bis zum 15. August muss das Eis stehen. An dem Tag beginnt für die Eispiraten das Training auf dem glatten Oval.

Zum den Cracks gehört unter anderem auch Dominic Walsh. Der im Juli 1989 in englischen Guildford geborene Eishockeyspieler mit deutschem Pass, der seit 2013 für die Westsachsen auf Puckjagd geht, zeigte am Sonntag den Fans die Mannschaftskabine der Eispiraten Crimmitschau. In der ging es ziemlich ruhig zu. Von Hektik keine Spur. Das ändert sich spätestens am 24. August, wenn die Cracks aus dem Sahnpark die Bayreuth Tigers zum ersten Vorbereitungsspiel empfangen. Spätestens dann ist das Reich der Eispiraten für die Fans wieder tabu.

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