Eispiraten-Traum: Neue Arena für 30 Millionen Euro

Der Eishockey-Zweitligist aus Crimmitschau stößt im Sahnpark an seine Grenzen. Deshalb gibt es nun Pläne für einen Neubau.

Crimmitschau.

30 Millionen Euro und ein mindestens 25.000 Quadratmeter großes Grundstück werden für den Neubau einer modernen Eissporthalle benötigt. Das geht aus einem im Auftrag des Eishockey-Zweitligisten Eispiraten Crimmitschau erstellten Konzept hervor. Eispiraten-Geschäftsführer Jörg Buschmann präsentiert die Ideen seit wenigen Tagen bei Kommunalpolitikern und Sponsoren.

"Wir brauchen eine Vision für die Entwicklung unseres Eishockey-Standortes. Die Anforderungen an die Spielstätten in der Deutschen Eishockey-Liga 2 steigen stetig", begründet Jörg Buschmann den Vorstoß. Das Konzept für den Neubau hat ein Planungsbüro aus Lichtenstein zu Papier gebracht. Dabei handelt es sich um Sachsponsoring, die Eispiraten stellen als Gegenleistung eine Werbefläche zur Verfügung.

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Die Planer haben sich dabei Anregungen in zwei anderen neuen Eishallen geholt. Als Vorbilder gelten die Spielstätten in Dresden (2007 eröffnet) und Chomutov (2011 eröffnet). "Dort haben wir uns umgeschaut und informiert", sagt Buschmann. Er berichtet, dass eine neue Eishalle mit einer Kapazität von 4638 Plätzen geplant sei. Dabei handelt es sich um 2384 Sitzplätze und 1364 Stehplätze. Dazu kommen 590 Plätze für Sponsoren und Ehrengäste in einem VIP-Bereich. Das Konzept sieht auch eine zweite Eisfläche als Trainingsstätte für den Nachwuchs vor. Das gesamte Vorhaben trägt den Arbeitstitel "A 68" - benannt nach einem riesigen Eisberg an der Ostküste der antarktischen Halbinsel. "Bei so einem Vorhaben ist die Energieeffizienz ganz wichtig", sagt der Eispiraten-Geschäftsführer.

Bisher spielen die Puckjäger im 1964 eröffneten Kunsteisstadion im Sahnpark. Obwohl in den vergangenen Jahren unter Regie der Stadt ein neuer Kabinentrakt entstand und durch die Eispiraten eine Sponsorenlounge errichtet wurde, stößt der Eishockey-Zweitligist in der Spielstätte an seine Grenzen. Die hintere Seite des Kunsteisstadions ist offen, die Sitzplätze reichen oft nicht aus, an den Toiletten bilden sich lange Warteschlangen.

"Auch im Bereich der Vermarktung sind die Möglichkeiten ausgeschöpft", sagt Buschmann. Er hält - mit Blick auf Finanzbedarf und Grundstückssuche - eine Umsetzung mittelfristig für möglich. "Wir sprechen da vielleicht über einen Zeitraum von fünf bis zehn Jahren, mit dem Konzept ist ein erster Schritt gemacht", sagt er.

Oberbürgermeister André Raphael (CDU), der momentan krankheitsbedingt nicht im Dienst ist, kennt die Pläne. Eine Information des Stadtrates ist noch nicht erfolgt. "Die Studie muss zunächst mit weiteren Fakten untersetzt werden", sagt Referent Stefan Aurich. Bei der Frage, ob eine finanzielle Unterstützung für den Eishallen-Neubau durch die Stadt möglich sei, verweist er auf die in der Vergangenheit getroffenen Aussagen von André Raphael. Der Stadtchef hatte im August 2018 geschildert, dass "die Stadt im Kunsteisstadion die Grenze des finanziell Machbaren erreicht" habe. Die Bindefristen für Fördermittel laufen bis 2036 (Anbau) und 2041 (Kälteanlage).

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1Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.

  • 1
    0
    Meisterlein79
    13.04.2019

    Nein! Ganz ehrlich 30 Millionen, wer soll das bezahlen, wer hat soviel Geld. Nix gegen den ETC, die stehen für Crimmitschau und die Region. Aber die sind eben auch 2. Liga und das im Eishockey. DEL 1 ist finanziell eh nicht drin,da müsste schon ein Brausehersteller einsteigen. Also saniert den Sahnpark, versucht noch ein Stück Land für Parkplätze zu bekommen, aber bitte kein Stadion, welches nachdem der Träger wie üblich Pleite geht die treudoofe Gemeinde übernimmt und dann überschuldet, gar nichts mehr sanieren kann, keine Schule, keine Plätze, keine Straße usw. Also Schuster bleib bei deinen Leisten. Kosten und Nutzen abwägen!



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