Endspurt in Sankt-Oswald-Kirche

Das Gotteshaus in Niederalbertsdorf ist seit mehr als einem Jahr eine Baustelle. Zu Weihnachten soll das Vorhaben bis auf Restarbeiten abgeschlossen sein.

Niederalbertsdorf.

Endspurt in der Sankt-Oswald-Kirche in Nieder-albertsdorf: Läuft alles nach Plan, können die Glieder der Kirchgemeinde zu Weihnachten wieder von ihrem Gotteshaus Besitz ergreifen. Derzeit ist noch der Maler mit Restarbeiten im Kirchenschiff beschäftigt. Auch die Aufarbeitung der Kirchenbänke befindet sich auf der Zielgeraden. Ist der Maler fertig und das Gerüst im Gotteshaus abgebaut, beginnt das Großreinemachen im Gebäude. "Dafür suchen wir noch freiwillige Helfer, die uns beim Säubern der Kirche helfen", sagt Pfarrerin Claudia Knepper. Was dann noch fehlt, ist der Einbau der Kirchenbänke. Deren Anzahl wurde imZuge des Sanierung von zehn auf acht Reihen verringert. "Dadurch erhalten wir mehr Platz in der Kirche", begründet die Pfarrerin die Maßnahme.

Vom jeweiligen Baufortschritt konnten sich die Besucher der Gottesdienste während der Arbeiten überzeugen. Die Zusammenkünfte der Glieder der Kirchgemeinde fanden während der Baumaßnahme in der sogenannten Winterkirche statt. Dabei handelt es sich um einen kleinen Bereich in der Kirche, der durch eine durchsichtige Wand vom Hauptteil des Gotteshauses abgetrennt ist.

Abgeschlossen ist die Restaurierung der wertvollen Decke im Kirchenschiff. Für Restaurator Hans-Jörg Brasche, der mit den Arbeiten beauftragt war, ist die Decke etwas ganz Besonderes. Sie ist nach den Erkenntnissen des Experten ein Einbau aus dem Ende des 19. Jahrhunderts. "Das nehmen wir an, da sich auf den maschinengehobelten Brettern und Leisten zwei Fassungen befinden. Zum einen eine Holzmalerei von 1875, zum anderen eine großzügige Marmormalerei um 1900." Die Ausprägung dieser Marmorierung àla Art déco wurde bei Ausbesserungen und Übermalungen Anfang des 20. Jahrhunderts noch verstärkt. Innerhalb des ersten Sanierungsabschnittes wurden auch die Kanzel, die Empore sowie eine Loge aufgearbeitet und erstrahlen nun wieder in alter Pracht. Die Kosten für den ersten Sanierungsabschnitt beliefen sich auf 62.000 Euro.

Bei den Arbeiten in dem Gotteshaus machte der Restaurator eine besondere Entdeckung. Bei der Entnahme von Farbproben der Decke über dem Altarraum stieß er auf den ursprünglichen Anstrich. "Dies haben wir zum Anlass genommen, dem Bereich wieder sein ursprüngliches Aussehen zu verleihen", sagt Claudia Knepper. Inzwischen erstrahlt die Decke im Altarraum in Himmelblau. "Die ebenfalls vermuteten Sterne, wie sie bei der Art der Bemalung in anderen Kirchen üblich sind, haben wir jedoch nicht gefunden und deshalb auch darauf verzichtet", erklärt die Pfarrerin.

Auch wenn die Sanierung kurz vor dem Abschluss steht, ist das Projekt noch nicht beendet. "Drei Vorhaben müssen wir in der Kirche noch realisieren." Dazu gehören das Säubern des Altars, die Aufarbeitung der Holzverkleidung der rechten Loge (die linke Loge erhielt bereits einen neuen Farbanstrich) sowie die Erneuerung der Holzglasur auf dem Orgelprospekt. "Die Arbeiten werden im Verlauf des kommenden Jahres in Angriff genommen, ohne dass dadurch die Gottesdienste oder andere Zusammenkünfte in der Kirche beeinträchtigt werden."

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