Er formt jugendliche Retter und schreibt Geschichte

EHRENSACHE! Gleich mehrere Ehrenämter verbindet Danny Erler aus Lichtenstein. Er leitet die Jugendfeuerwehr, ist Feuerwehrmann und gehört zum Vorstand des Geschichtsvereins.

Lichtenstein.

Über mangelnden Nachwuchs kann sich die Freiwillige Feuerwehr Lichtenstein derzeit nicht beklagen. Insgesamt 30 Kinder und Jugendliche werden in zwei Gruppen ausgebildet. Neben Jugendwart Danny Erler kümmern sich auch Tina Stremlow, Kevin Gasch und Danny Demmler um die Retter von morgen. "Wir haben sogar eine Warteliste", erzählt Danny Erler, der seit 2002 stellvertretender Jugendwart war und 2012 dann die Verantwortung übernahm.

Die Arbeit als Jugendwart macht ihm Spaß, aber es hängt auch viel Zeit und Verantwortung daran. Die Ausbildungsstunden für den Nachwuchs müssen gezielt vorbereitet und abwechslungsreich gestaltet werden. "Sonst sind Aufmerksamkeit und Interesse schnell weg. Die Kinder von heute müssen anders beschäftigt werden als wir früher", sagt Erler, der unter anderem theoretisches Wissen wie Brandarten und deren Entstehung vermittelt, aber auch auf praktische Übungen wie den Löschangriff setzt. Hinzu kommen Aktivitäten wie der Umweltschutz, denn die Jugendfeuerwehr hat schon mehrfach die Natur von Müll befreit. Manchmal muss er aber auch an ganz triviale Dinge denken. "Die Kinder wachsen ja schnell, da muss man regelmäßig die Kleidung anprobieren, damit sie noch passt", sagt Erler. Denn Schutzkleidung ist auch für die Jugendfeuerwehrleute vorgeschrieben.

"Er hat ein gutes Team zusammengestellt und bringt das richtige Feeling im Umgang mit der Jugend mit. Das ist wirklich wichtig, schließlich sind wir ja auf eine gute Nachwuchsarbeit angewiesen", sagt Lichtensteins Gemeindewehrleiter René Klein. Wenn in zwei Gruppen 30 Kinder und Jugendliche zielstrebig ausgebildet werden und sogar eine Warteliste besteht, zeige das ja, dass die Verantwortlichen eine gute Arbeit machen. Er lobt zudem, dass Danny Erler einer von denen ist, die sich vielseitig einbringen. "Man kann sich glücklich schätzen, solche Leute in der Mannschaft zu haben", sagt Klein.

Bereits 2005 hat Erler einen speziellen Lehrgang absolviert, der die Jugendwarte der Feuerwehren auf die Tätigkeit vorbereitet. Rechtliche Fragen, der Umgang mit Kindern oder die Ausgestaltung der Dienste waren Inhalte. In der Feuerwehr hat Erler bei den "Großen" den Dienstgrad des Hauptlöschmeisters und rückt im Ernstfall mit aus. Auch hier stehen regelmäßige Dienste auf dem Programm. "So kommen jede Woche fünf oder sechs Stunden für die Feuerwehr zusammen, ohne die Einsätze", erzählt der 39-Jährige, der außerdem noch auf Kreisebene als Ausbilder arbeitet. Er selbst ist allerdings nicht über den typischen Weg der Nachwuchsfeuerwehr zu den ehrenamtlichen Rettern gekommen, erst 2002 als "Spätstarter".

Hauptberuflich ist Danny Erler in der Stadtverwaltung Hohenstein-Ernstthal für die EDV-Technik zuständig. Privat gibt es neben Lebensgefährtin und Kind noch eine weitere große Leidenschaft, die zumindest ein Stück weit mit der Feuerwehr zu tun hat. Danny Erler gehört seit 2017 zum Vorstand des Vereins für Geschichte in der Stadt Lichtenstein. "Das hat mich schon immer interessiert", erzählt der Lichtensteiner, der derzeit an einem Großprojekt arbeitet. Er erforscht die Geschichte des Feuerwehrwesens und will mit dem Geschichtsverein ein Buch dazu herausgeben. "Im Stadtarchiv habe ich da ziemlich viel gefunden", sagt Erler, der auch alte Akten der Feuerwehr wälzte und im Glauchauer Archiv forschte. Während manch andere Hobbyforscher eher für sich arbeitet, ist das bei Danny Erler nicht so. "Ich mache das nicht nur für mich und will, dass die Allgemeinheit etwas davon erfährt", sagt er. Etwa 150Seiten soll das Buch über die Lichtensteiner Feuerwehrgeschichte umfassen. Um diesen Umfang einzuhalten, muss Erler viel straffen. Derzeit befasst er sich fast täglich in irgendeiner Form mit der Publikation, die Ende 2019 erscheinen soll. Wie viele Arbeitsstunden da dann einmal drin stecken, vermag er nicht abzuschätzen. "Ich will es lieber gar nicht wissen", sagt Erler schmunzelnd, hatte aber auch schon Zweifel, ob das Projekt nicht doch eine Nummer zu groß ist.

"Mit Blick auf unsere Publikationen ist er dieses Jahr unser wichtigster Mann. Er steckt immens viel Zeit in die Aufarbeitung der Feuerwehrgeschichte", sagt Patrick Bochmann, Vorsitzender des Geschichtsvereins Lichtenstein, der durch seine eigenen Projekte weiß, wie aufwändig die Geschichtsforschung ist.

Mit anderen Freunden der Feuerwehrhistorie arbeitet Erler seit einigen Jahren auch in einer Gruppe mit, die von Mario Legies aus Gersdorf gegründet wurde und Mitglieder im gesamten Altkreis Chemnitzer Land hat.

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