Erfahrungen mit Corona: Pflegdienstleiterin aus Werdau spricht mit Bundespräsident

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Staatsoberhaupt Steinmeier will am Donnerstag online mit einigen Ärzten und Pflegern über die Krise diskutieren. Da wird er auch eine Stimme aus der Werdauer Pleißentalklinik zu hören bekommen.

Werdau.

Zu einer Online-Konferenz am kommenden Donnerstag hat jetzt Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier Ärzte und Pfleger aus Sachsen eingeladen. In der Videoschalte soll es vor allem um die medizinische Versorgung während der Corona-Krise gehen. Einer der Gesprächspartner kommt aus Werdau: Ina Eger, Pflegedienstleiterin der Pleißentalklinik.

Von der Einladung war die Westsächsin, die seit 22 Jahren an der Pleißentalklinik tätig ist, überrascht: "Ich habe vergangene Woche einen Anruf von dem Staatsministerium Dresden erhalten. Darin teilte man mir mit, dass ich als Gesprächspartnerin vorgeschlagen wurde", erzählt sie am Montag. Über den genauen Ablauf der Videoschalte sei sie noch nicht informiert worden. "Mir wurde jedoch mitgeteilt, dass ich Gelegenheit habe, über meine Erfahrungen als Pflegedienstleiterin während der ersten Corona-Welle im Frühjahr und der zweiten im Herbst zu berichten", sagt sie.

Mit Beginn der Pandemie sei vor allem die Schutzkleidung für das pflegerische Personal ein großes Problem gewesen: "Wir hatten am Anfang nicht ausreichend Schutzausrüstung für alle 170 Pfleger und Pflegerinnen. Während der zweiten Corona-Welle waren wir mit einer hohen Anzahl von an Covid-19 erkrankten Patienten konfrontiert. Mitte Dezember lagen bis zu 55 Patienten gleichzeitig auf der Isolierstation und bis zu acht Personen täglich auf der Intensivstation", sagt Ina Eger. In dieser Zeit habe sich das medizinische Personal ausschließlich auf die medizinisch notwendige Patientenversorgung, das Notfallgeschehen und die Covid-Versorgung konzentriert. "Planbare Eingriffe hatten wir bis auf Weiteres verschoben. Mit diesen Einschränkungen konnten wir Personalressourcen für die Covid-Bereiche gewinnen. Zudem unterstützte uns die Bundeswehr", so die Pflegedienstleiterin. Das Gespräch wolle sie nutzen, um auf Probleme aufmerksam zu machen: "Das Pandemiegeschehen hat gezeigt, dass auch kleinere Kliniken wie wir wichtig sind und dass ohne den tatkräftigen Einsatz des pflegerischen Personals die Patientenbetreuung nicht möglich gewesen wäre."

Wie das Bundespräsidialamt am Freitag mitteilte, werden an der Videoschalte außerdem eine Hausärztin aus Pirna und ein Chefarzt aus Tschechien, der in Zittau arbeitet, teilnehmen. In den sogenannten Regionalgesprächen spricht Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier regelmäßig mit Menschen, die in der Pandemie besonders gefordert sind. Beispielsweise fanden bereits Videoschalten mit Altenpflegern und Schulleitern statt. Ein weiteres Gespräch ist Ende Februar zum Thema Impfen in Bayern geplant.

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