Ex-Landrat nimmt zum 70. Reißaus

Christian Otto gönnt sich zu seinem Geburtstag eine Auszeit, will die Feier aber nachholen. Auch von der Politik hat er noch lange nicht genug.

Zwickau/Werdau.

Würde Chris- tian Otto am heutigen Mittwoch an seinem 70. Wiegenfest im heimischen Saupersdorf (Kirchberg) weilen, hinge er den ganzen Tag am Telefon, um Glückwünsche entgegenzunehmen. Stattdessen verbringt der Alt-Landrat des inzwischen aufgelösten Landkreises Zwickauer Land gemeinsam mit seiner Ehefrau Wellnesstage im Bayerischen Wald. "Das ist keine Flucht, sondern unsere gemeinsame Entscheidung, meinen Geburtstag in Ruhe und Zweisamkeit zu erleben", sagt Otto. In der kommenden Woche will er sein Wiegenfest nachfeiern.

Rückblickend glaubt der Jubilar, dass an der Mär vom Sonntagskind wohl doch etwas dran sein könnte. Am Sonntag, dem 20. Februar 1949 geboren, lief es für Otto anfänglich jedoch keineswegs wie geschmiert. "Da ich aus einem christlichen Elternhaus stammte, wurde mir der direkte Weg zum Studium verwehrt. Mir blieb deshalb nur der Weg über die Schiene Berufsausbildung mit Abitur. Das ermöglichte es mir, später in Dresden Verkehrsbauwesen zu studieren. Beruflich war ich dann fast 20 Jahre in der Bauabteilung des Reichsbahnausbesserungswerks in Zwickau tätig", sagt Otto. Beschäftigt hat er sich dort aber weniger mit Verkehrsbauten, sondern mehr mit der Errichtung von Ferienheimen an der Ostsee für die Betriebsangehörigen.

Mit der politischen Wende kam auch für Otto, der 1986 in die CDU eingetreten war, der große Umbruch. Als Teilnehmer am runden Tisch wurde er von damaligen Superintendenten Günter Mieth ein wenig gedrängt, in die Landkreispolitik zu gehen. Von Mai 1990 bis Juni 2008 drückte er als Landrat der Region maßgeblich seinen Stempel auf. Nach der Kreisreform und seinem Ausscheiden aus der Kreispolitik wurde es nur scheinbar ruhiger um Otto. Er sitzt jetzt schon die zweite Legislaturperiode als Mitglied im Kirchberger Stadtrat und ist stellvertretender Bürgermeister. Es gibt kaum eine Sitzung, in deren Verlauf er sich nicht zu Wort gemeldet hat. Und auch überregional mischte er weiter mit. Insbesondere als Beauftragter der sächsischen Staats- regierung für das Reformationsjubiläum.

Trotz seiner 70 Lenze hat der Alt-Landrat stets ein Herz für die jüngeren Generationen. Er sagt: "Mir liegt persönlich sehr viel daran, unsere schöne Heimat für junge Leute noch attraktiver zu gestalten. Arbeitsplätze sind in diesem Zusammenhang genauso wichtig wie die Bereitstellung von Eigenheimbauplätzen oder Freizeitangeboten." Im Gegenzug würde Christian Otto sich von jungen Leuten in der Region mehr Interesse an der eigenen Geschichte wünschen.

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