Familienausflug mit Mühlenbesichtigung

Im Landkreis gibt es 16 Mühlen, doch nur eine Bockwindmühle. Die steht in Blankenhain und lockte am Montag zahlreiche Neugierige an.

Blankenhain.

Der kleine Theo aus Tettau will es genau wissen. "Hat der Müller früher hier auch geschlafen?", fragt der Sechsjährige bei einer Besichtigung der Bockwindmühle in Blankenhain. "Höchstens ausgeruht", erklärt Gerd Dorf (72) dem Steppke geduldig, während der Kleine schon wieder die nächste Frage parat hat. Mit Mühlen kennt sich der Junge aus. "Bei uns im Dorf gibt es eine alte Holländer-Mühle, die sieht aber ganz anderes aus", berichtet Theo. Gerd Dorf erklärt den Unterschied. Lobende Worte gibt es nach den Ausführungen von Jeannette Richter, der Mutter von Theo. "Unsere beiden Jungen haben ein Buch. Das heißt ,Vom Korn zum Mehl'. Wir wollten ihnen heute einmal zeigen, wie das Ganze in der Realität passiert, und haben uns deshalb für einen Besuch der Mühle in Blankenhain entschieden."

Das Bauwerk lockte am Pfingstmontag zahlreiche Besucher an. Zeitweise mussten die Gäste bis zu 30 Minuten warten, um an einer Führung teilzunehmen. In der Zwischenzeit betreute Nathalie Stolp (25), ehrenamtliche Mitarbeiterin im Deutschen Landwirtschaftsmuseum, die Gäste und versuchte, sie bei Laune zu halten.


"Früher hatte fast jedes Dorf eine Mühle. Heute sind sie größtenteils aus den Ortsbildern verschwunden. Die Mühle in Mannichswalde beispielsweise brannte 1883 ab, die in Blankenhain wurde 1875 abgerissen", erzählt Gerd Dorf den Besuchern. Beinahe wäre auch die Blockwindmühle zu Feuerholz geworden. Erbaut wurde sie 174o und stand einst im thüringischen Großenstein. Bis 1976 war die Mühle in Betrieb. Nach dem Aus war das Bauwerk dem Verfall preisgegeben. Sechs Jahre später meldete das Landwirtschaftsmuseum Interesse an. Daraufhin wurde sie umgesetzt.

Nicht jedes Rätsel, das die Mühle den Historikern aufgibt, konnte seitdem gelöst werden. In einen Balken im oberen Bereich ist beispielsweise die Jahreszahl 1767 eingebrannt. Doch was genau bedeutet das? Wurde besagter Balken in jenem Jahr erneuert? Und was hat es mit der Jahreszahl 1809 im Kornrad auf sich? Gerd Dorf hat darauf keine Antworten parat, sondern lediglich Vermutungen. Für die Besucher sind die Zahlen ohnehin nur Informationen am Rande. Die meisten Gäste interessiert mehr das Gesamtbauwerk und seine Arbeitsweise.

Im Landkreis Zwickau gibt es noch 16 Mühlen, doch nur eine Bockwindmühle. 1989 öffnete das sanierte technische Denkmal in Blankenhain das erste Mal für Besucher. Seitdem steht die Mühle einmal im Jahr im Fokus. Immer am Pfingstmontag.

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