Fan drückt nach Herzinfarkt wieder im Stadion die Daumen

Für den Eishockey- Zweitligisten Eispiraten Crimmitschau beginnt die neue Saison. Ein Senior hat zum Auftakt einen besonderen Wunsch.

Crimmitschau.

Albert Schulz kehrt an seinen Lieblingsplatz im Kunsteisstadion im Sahnpark zurück. Der 78-Jährige wird am Sonntag von der obersten Reihe der Heine-Kurve die Eishockey-Zweitligapartie zwischen den Eispiraten Crimmitschau und den Lausitzer Füchsen verfolgen.

Das ist ein besonderer Moment: Vor sechs Monaten erlitt der Rentner fast an der gleichen Stelle einen Herzinfarkt. Damals kämpften Retter - zum Glück erfolgreich - minutenlang um sein Leben. "Ich freue mich auf den Beginn der neuen Saison und das Wiedersehen mit vielen bekannten Gesichtern", sagt der Mann mit dem markanten Schnauzer. Obwohl sein Herz geschwächt ist, verzichtet der Eishockey-Anhänger auf einen Umzug auf die Sitzplatztribüne. Albert Schulz begründet seine Entscheidung: "Ich muss nach Eispiraten-Treffern die Leute, die schon jahrzehntelang neben mir in der Kurve stehen, abklatschen."

Einen ganz speziellen Wunsch bekommt der treue Anhänger wahrscheinlich schon beim ersten Heimspiel erfüllt: Albert Schulz will sich noch einmal persönlich bei den Lebensrettern vom Rettungsdienst und vom Sicherheitsdienst bedanken. "Das versuchen wir kurzfristig zu organisieren", verspricht Eispiraten-Geschäftsführer Jörg Buschmann, der am Freitagvormittag im Kunsteisstadion im Sahnpark persönlich eine Eintrittskarte an Albert Schulz übergab.

Die beiden Männer sprachen auch noch einmal über das Geschehen am 9. März, als die Eispiraten Crimmitschau und die Tower Stars Ravensburg auf dem Eis um den Einzug in die Play-Offs kämpften. Zu Beginn des letzten Drittels blieb das Herz von Albert Schulz stehen. "Ich habe an den Moment selbst keine Erinnerung und nur gehört, dass ich zusammengesackt bin", sagt der Crimmitschauer und macht - auch mit Blick auf Ort und Zeitpunkt des Vorfalls - deutlich: "Ich hatte mehrere Schutzengel." Wenn er den Herzinfarkt auf dem Nachhauseweg erlitten hätte, wäre die Hilfe wahrscheinlich zu spät gekommen. Im Kunsteisstadion im Sahnpark funktionierte die Rettungskette dagegen perfekt. Die 2633 Zuschauer stellten Fangesänge und das Trommeln ein. Es war plötzlich mucksmäuschenstill. "Dadurch konnten sich die Helfer auf die Reanimation konzentrieren", sagt Jörg Buschmann. Er macht mit Blick auf den Vorfall und den erwarteten Zuschauerandrang zum Saisonauftakt deutlich: "Wichtig ist, dass die Treppenaufgänge frei gehalten und die Hinweise des Sicherheitsdienstes befolgt werden."

Beilage Der heutigen Ausgabe der "Freien Presse" liegt das Eishockey-Magazin mit Informationen zum Start der neuen Saison und dem Eispiraten-Spielplan bei.

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