Feuerwehr-Opa: "Die Reaktion der Kollegen war ergreifend"

Manfred Franke aus Rudelswalde gehört seit einem Dreiviertel-Jahrhundert zu den Brandschützern. Der Rentner schaut immer noch regelmäßig im Gerätehaus vorbei.

Rudelswalde.

Noch mehr Freude als die Blumen und die Urkunde hat bei Manfred Franke aus dem Crimmitschauer Ortsteil Rudelswalde die Reaktion der Kollegen ausgelöst. Sie erhoben sich zur Jahreshauptversammlung von ihren Sitzplätzen und spendierten minutenlangen Applaus. Danach nahm Manfred Franke die Auszeichnung für "75 Jahre treuen Dienst" entgegen. "Ich habe mich gefreut, dass mir meine Kameraden aus der Feuerwehr so eine Ehre erwiesen haben. Das war ergreifend", sagt der 90-jährige Senior im Gespräch mit "Freie Presse". Die Auszeichnung wurde erst zum zweiten Mal in der Crimmitschauer Feuerwehr-Geschichte verliehen.

Vor mehr als einem Dreiviertel-Jahrhundert begann der Dienst von Manfred Franke bei der Feuerwehr in Rudelswalde - am 31. Mai 1943. "Kurz nach meinem 15. Geburtstag", erinnert er sich. Da viele gestandene Feuerwehrleute im Zweiten Weltkrieg waren, musste auch Manfred Franke mit zwei weiteren Freunden mit anpacken. Ihre ersten Aufgaben: Sie warfen auf vielen Höfen einen Blick auf Feuerpatschen und Eimer mit Sand. "Die Dinge mussten sich auf jedem Dachboden befinden, hätten bei Bombenangriffen aber auch nicht geholfen", sagt Manfred Franke, der später als Landwirt tätig war und als Feuerwehrmann - vor allem in den 1950er- und 1960er-Jahren - mehrfach brennende Scheunen von Kollegen in umliegenden Dörfern löschen musste. Die Einsätze behält er genauso wie ein Hochwasser an der Pleiße in Erinnerung. "Wir wurden damals als junge Kerle von einer Brücke abgeseilt, um das Treibgut zu entfernen", sagt der Senior, der auch seinen Enkel mit dem Feuerwehr-Virus infizieren konnte. Manfred Franke und seine Kollegen waren in all den Jahrzehnten aber nicht nur Helfer in der Not. Die Ortsfeuerwehr hat auch das kulturelle Leben in Rudelswalde mitgestaltet. Die Helfer organisieren verschiedene Veranstaltungen. Dazu gehört das Maibaumsetzen. Die Mitglieder aus der Alters- und Ehrenabteilung schauen immer noch regelmäßig im Gerätehaus des Crimmitschauer Ortsteils vorbei. Dann schwelgen sie gern in Erinnerungen. Auch Manfred Franke sitzt mit seinen Weggefährten am Tisch. "Dann hören auch die jüngeren Leute gern zu", berichtet Ortswehrleiter Ronny Seltmann.


Neben Manfred Franke durften sich noch viele weitere Feuerwehr-Senioren aus den Crimmitschauer Ortsteilen über Auszeichnungen freuen. Konrad Donath aus Frankenhausen wurde bei einem Besuch der Ortsfeuerwehr für "65 Jahre treue Dienste" ausgezeichnet. Er ist seit 1953 bei den Brandschützern. Günter Demmrich aus Langenreinsdorf, Bernd Etzold, Klaus Kretzschmar und Werner Kretzschmar aus Mannichswalde sowie Günther Hofmann aus Rudelswalde erhielten Auszeichnungen für "60 Jahre treue Dienste".

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