Feuerwehren löschen "Brand" im Schloss

60 Retter haben in Steinpleis getestet, ob und wie in einem Ernstfall das Zusammenspiel funktioniert. Der Abend war in mehrfacher Hinsicht einmalig.

Steinpleis.

Ein zentnerschwerer Stein ist Rocco Henseleit am Montagabend vom Herzen gefallen. Zum ersten Mal war der Steinpleiser der Einsatzleiter bei einer großen Übung. "Vieles lief recht gut. Ich war schon etwas aufgeregt", sagte der 52-Jährige, der seit 33 Jahren bei den Steinpleiser Rettern aktiv ist und als zweiter Mann den Ortswehrleiter Marcel Dietel vertritt. "Rocco hat seine Arbeit zwar ziemlich kritisch eingeschätzt. Doch er hat seine Sache gut gemacht", zog Gemeindewehrleiter Henning Tröger am Dienstag ein Fazit zu dieser Jahresabschlussübung. "Abläufe, die wir das ganze Jahr über immer wieder trainieren, haben gut funktioniert, etwa Menschenrettung, Löschwasserversorgung und die Sicherung der Einsatzstelle."

Kurz nach 17.30 Uhr schrillten in allen Werdauer Ortsteilen am Montag die Sirenen. Feuer im Schloss Steinpleis wurde den Einsatzkräften gemeldet. Aus einem Nebengebäude des großen Anwesens drang dicker Rauch. Von drei Verletzten ist die Rede, die aus dem Nebengelass geborgen werden müssen. Auch für Nancy Weiß von der Steinpleiser Feuerwehr war der Einsatz etwas Besonderes. "Es ist meine erste große Übung, und es ist schon beeindruckend, wie engmaschig das Zusammenspiel im Ernstfall funktionieren muss", sagte die 38-Jährige, deren Mann und zwei ihrer drei Kinder ebenfalls bei den Rettern sind. Während die ersten Wehrleute zügig auf dem Schlossinnenhof sozusagen am Ort des Geschehens eintrafen, sorgten andere einige Hundert Meter weiter dafür, dass die Wasserversorgung so schnell wie möglich stand und die Löscharbeiten beginnen konnten. "Die Pleiße dürfen wir wegen der Trockenheit nicht anzapfen. Die installierten Hydranten müssen Wasser geben", erklärte der Steinpleiser Ortswehrleiter Marcel Dietel. Dass ein Hydrant seinen Geist aufgab, war kein Problem. "Da müssen die Wasserwerke wegen der Reparatur ran." In ein paar Metern Abstand hatte Christian Paschen eine weitere Neuheit dieser Übung sozusagen in seinen Händen. Er dirigierte eine von zwei Drohnen, die der Landkreis Zwickau angeschafft hat. Seit Juni befindet sich diese spezielle Ausrüstung in Wilkau-Haßlau, wo die Führungsgruppe Brandschutz angesiedelt ist. "Wir sind mit dieser Technik sehr zufrieden", sagte der Chef der dortigen Feuerwehr. "Sie war zum Beispiel schon bei der Suche der Polizei nach Vermissten in Reichenbach im Einsatz." Bei Bränden könne man sich damit unter anderem einen Überblick vom Geschehen verschaffen und Brandherde eingrenzen.

Auch einige Zaungäste verfolgten die groß angelegte Übung, an der 60 Kameradinnen und Kameraden beteiligt waren. Unter ihnen war Benno von Römer. Ein Verwandter der Familie hat Schloss Steinpleis gekauft. "In Neumark stellen wir unser Anwesen auch für derartige Zwecke zur Verfügung." Für viele Steinpleiser war es die erste Gelegenheit seit vielen Jahren, das sonst verschlossene Grundstück wieder einmal zu betreten und sich auf dem Gelände umzuschauen.

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