Ford für Teilnahme an Rallye nach Gambia zu verschenken

Ein Geschäftsmann aus Steinpleis nimmt im März zum zweiten Mal an einer Fahrt von Sachsen nach Afrika teil. Das Ganze dient dem guten Zweck.

Steinpleis.

Ralf Jubel, Bäckermeister aus Steinpleis, wartet mit einem ungewöhnlichen Angebot auf. Der 45-Jährige hat ein Auto zu verschenken. Allerdings ist das Ganze mit einigen Bedingungen verbunden. Der Interessent muss abenteuerlustig sein, im März vier Wochen Zeit haben und rund 2000 Euro investieren wollen. Außerdem wird die Freude über das Auto nur von kurzer Dauer sein. Spätestens am 8. April muss sich der neue Besitzer davon wieder trennen.

"Ich würde den Ford jemanden schenken, der sich ab 8. März an einer Benefizrallye von Dresden nach Gambia an der Ostküste Afrikas beteiligen möchte. Die Tour ist rund 8200 Kilometer lang. Am Ziel wird das Fahrzeug für einen guten Zweck versteigert. Der Erlös kommt dem Waisenhaus für Mädchen in Banjul, der Hauptstadt von Gambia zugute. Die Rückreise erfolgt Anfang April per Flugzeug", sagt der Steinpleiser. Dass der betagte Ford bis nach Gambia durchhält, davon ist Ralf Jubelt überzeugt. "Das Fahrzeug ist zwölf Jahre alt und war bisher einer der Firmenwagen meiner Bäckerei. Außerdem fährt der neue Besitzer nicht allein nach Afrika. An der Rallye nehmen insgesamt rund 50 Fahrzeuge teil, die untereinander in Kontakt stehen und bei einer Panne Hilfe erhalten", sagt Ralf Jubelt.

Der 45-Jährige weiß, wovon er spricht. Er hat in diesem Jahr erstmals selbst an der Rallye teilgenommen. "Das war ein unbeschreibliches Abenteuer und man kann es nur schwer in Worte fassen", sagt der Steinpleiser. Er wird im März erneut zu den Teilnehmern gehören und die Reise mit einem rund 20 Jahre alten VW Sharan antreten. Mit dem Fahrzeug ist er bereits jetzt zu seinen Kunden unterwegs, macht ein bisschen Werbung in eigener Sache und sucht auch noch Sponsoren, die ihn unterstützen. Der Verwendungszweck seiner Fahrzeuges am Zielort steht bereits fest: "In Banjul wird der VW für die Kinder in dem Waisenhaus für Mädchen als Schulbus eingesetzt." Er wird nicht nur sein Fahrzeug verschenken, sondern vor Ort aktive Hilfe leisten. "In dem Waisenhaus gibt es auch eine Bäckerei, die von dem Verein, der die Rallye organisiert, finanziert wurde. Dort werde ich ein paar Tage am Ofen stehen, um für die Kinder backen", verspricht Jubelt. Während seiner vierwöchigen Reise nach Afrika läuft der Betrieb in der Bäckerei in Steinpleis ganz normal weiter. Anstelle des Firmeninhabers steht dann in dem Geschäft an der Hauptstraße ein anderer Bäcker am Ofen. "Die Versorgung im Dorf muss in meiner Abwesenheit funktionieren. Wir sind von einst zwölf Bäckereien die einzige noch verbliebene im Ort", sagt der 45-Jährige, der den 1889 gegründeten Betrieb in der sechsten Generation führt. Ralf Jubelt feiert noch vor seinem Start nach Gambia sein zehnjähriges Firmenjubiläum.

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