Frauenrunde sucht strickende Männer

Ein kleines Lokal in der Werdauer Innenstadt ist für Handarbeitsfreunde zu einer festen Adresse geworden. Jetzt reisen die Teilnehmer zu einem Kreativwochenende.

Barbara Knüpfer, gelernte Schneiderin, hat sich mit ihrem "Kaffeeklatsch" einen Jugendtraum erfüllt. In den Räumen wird auch genäht und gestrickt. Foto: Thomas Michel

Für Sie berichtet: Uwe Mühlhausen

Seit sechs Jahren gibt es das Café "Kaffeeklatsch" an der August-Bebel-Straße im Zentrum von Werdau. Es ist für seinen hausgemachten Kuchen über die Grenzen der Stadt hinaus bekannt. Seit 2015 kommen die Besucher noch aus einem anderen Grund in die kleine und gemütliche gastromonische Einrichtung. In den Räumen wird gestrickt, gehäkelt und genäht.

"Die Idee dazu kam, als Gäste mich immer wieder auf das Thema angesprochen haben", sagt Inhaberin Barbara Knüpfer. Seitdem treffen sich zweimal im Monat bis zu 18 Frauen, um gemeinsam ihrem Hobby nachzugehen. "Die Gäste sind zwischen 14 und 70 Jahren und kommen unter anderem aus Meerane, Glauchau, Reichenbach und natürlich aus Werdau", erklärt die Café-Inhaberin. An den Tischen wird nicht nur stur gearbeitet. Die Frauen zeigen sich untereinander die Stücke, die gerade unter ihren fleißigen Händen entstehen, sie tauschen Erfahrungen zu Strick-, Stick- und Häkeltechniken aus und erzählen, welche Handwerksarbeit sie als Nächstes angehen würden.

Barbaba Knüpfer hat sich mit dem Café und Handarbeitstreff einen eigenen Traum erfüllt. 1997 suchte die ausgebildete Wirtschaftskauffrau eine neue Herausforderung und machte ihr Hobby zum Beruf. "Schon als junge Frau habe ich gern geschneidert und einen Großteil meiner Kleidung selber genäht."

Das Café ist nicht nur zu einem beliebten Treffpunkt für die Liebhaber von Kaffee und hausgemachtem Kuchen geworden, sondern auch zu einem kleinen Museum. "Ich habe im Laufe der vergangenen Jahre von den Kunden zahlreiche Sammeltassen geschenkt bekommen, die ich alle in einem Regal im Café platziert habe. Die Sammlung verleiht dem Raum eine ganz besondere Note und findet bei den Kunden ein positives Echo", erzählt die Inhaberin.

Jetzt gehen die Hobbynäherinnen noch einen Schritt weiter. Zum zweiten Mal fahren sie vom 17. bis 19. August nach zu einem Kreativwochenende nach Weißenstadt in Franken, um dort gemeinsan ein paar entspannende Stunden zu erleben. Zum Gepäck gehören selbstverständlich Nadel, Nähmaschine und Faden. "Die Premiere im Vorjahr war ein voller Erfolg, in diesem Jahr sind wir sogar noch ein paar Teilnehmer mehr." Ein Wunsch hat die gelernte Schneiderin: "Vielleicht können wir irgendwann auch mal einen strickenden Mann in unserer Runde begrüßen."

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