"Geheimes" Großbauprojekt wird abgeschlossen

An der Koberbachtalsperre wurde in den vergangenen Monaten das Leitungs- system saniert. Das dient der Sicherheit.

Langenhessen.

Fast unbemerkt liefen in den zurückliegenden Monaten, seit August 2018, umfangreiche Bauarbeiten am Damm der Koberbachtalsperre in Langenhessen. Derzeit sind die letzten Handgriffe zu erledigen. Ziel der bauausführenden Firma Scharnagel aus Annaberg-Buchholz ist es, Mitte Juli das insgesamt 650.000 Euro teure Projekt abzuschließen.

Bereits vor einigen Jahren wurde festgestellt, dass im gesamten Sickerwasserleitungssystem bis zum Auslauf in den Koberbach starke Schäden an den Leitungen vorhanden waren, sagte Patrizia Zedel von der Pressestelle der Landestalsperrenverwaltung. Die Abflussleitungen lagen teilweise mit Gegengefälle zur Fließrichtung. Die Sohle eines der Messschächte befand sich unterhalb der Bachsohle. Somit stand ständig Wasser im Schacht. Außerdem konnten mittels der Messung des Sickerwasseraufkommens keine 100-prozentigen Rückschlüsse auf die Dichtheit des Absperrbauwerkes gezogen werden. "Bereits zu diesem Zeitpunkt stand fest, dass die Sanierung der Sickerwasserleitung in das umfassende Sanierungskonzept an der Koberbachtalsperre eingearbeitet werden muss. Das war eine Aufgabe, die nicht von heute auf morgen realisiert werden konnte."


Neben der grundhaften Instandsetzung der Hochwasserentlastungsanlage, des Entnahmeturmes, diversen Erkundungsbohrungen am Vorsperrdamm und dem Ausbau neuer Wasserstandsmessstellen gehörte die Sanierung des Sickerwasserleitungssystems der Hauptsperre am Damm zu einer der größeren Baumaßnahmen. Mit dem Abschluss dieser Arbeiten werden die anfallenden Sickerwassermengen automatisch gemessen, dokumentiert und auswertet.

Es sind insgesamt fünf Damm-Sickerwasserleitungen aus Betonrohr vorhanden, die das anfallende Wasser aus den Damm-Sickerkörpern abtransportieren. Sie haben eine Gesamtlänge von 198 Metern und wurden mit einem kunstharzgetränkten sogenannten Nadelfilz-Inliner saniert. Ein Ersatzneubau war hier nicht möglich. Die fünf Leitungen werden zusammengeführt und das Wasser in den Koberbach abgeleitet. Das Wasseraufkommen der einzelnen Sickerwasserschächte wird in einem Messschacht zusammengeführt, die Gesamtmenge automatisch gemessen, überwacht und dokumentiert. Vom Anlagenpersonal werden einmal wöchentlich in den einzelnen Sickerwasserschächten außerdem Handmessungen durchgeführt. Die gemessenen Durchflussmengen lagen in den vergangenen Jahren relativ konstant bei 0,4Litern pro Sekunde. Je nach Jahreszeit schwankten die Messwerte um 0,1 Liter pro Sekunde, sagte Sven Fleischhauer vom Bereich Technische Überwachung der Landestalsperrenverwaltung.

Diese Baumaßnahme an der Sickerwasserleitung war die erste seit Inbetriebnahme der Talsperre am 1. September 1929.

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