Gerippe "Mülsi" erheitert Mülsener

Eine außergewöhnliche Figur findet sich am Ortseingang von Ortmannsdorf. In Sachen Straßenbau zeigen die Bewohner hintergründigen Humor.

Mülsen.

Pünktlich zur 800-Jahr-Feier von Ortmannsdorf meldet sich ein Gründervater zurück. In gelben Gummistiefeln, mit Bauarbeiterhelm und Spaten begrüßt "Mülsi" gleich am Ortseingang von Ortmannsdorf die Besucher mit einer humorvollen Kritik am schier ewig währenden Flickenteppich, den die Ortmannsdorfer und Neuschönburger Straße bildet. Zwischen Rhododendronstrauch und Kirschbaum haben die Bewohner der Hausnummer 3 auf grüner Wiese ein Gerippe platziert, dass sich bedankt, dass die Straße auch nach 800 Jahren nahezu im Originalzustand belassen wurde.

Ganz unangetastet ist die Straße freilich nicht. In Künstlerkreisen würde man wohl von Patchworkarbeit reden: hier ein Tropfen Asphalt, dort sogar Pflastersteine, vielerorts nur Kuhlen. "Früher ist vor dem Radlersonntag wenigstens nochmal ein Flicktrupp durchgezogen, nicht mal dafür hat es in diesem Jahr gereicht", ärgerte sich ein Mülsener. Mutmaßlicher Grund: kein Radlersonntag, kein Flicktrupp.


Der Mülsener Anwohner Bernd Wolf schimpft schon seit Jahren über den Straßenzustand: "Wenn alle wissen, dass es noch ewig dauert, bis die Straße grundhaft gebaut werden kann, sollte man doch wenigstens die Oberfläche in Ordnung bringen."

Zumindest auf 125 Metern oberhalb bekommt man einen Vorgeschmack auf die glorreiche Zukunft: Entlang des mächtigen Stützmauerbauwerkes, an dem der Künstler Supernova die letzten Pinselstriche tut, sind 125 Straßenmeter neu gemacht worden. Allerdings dauerte all das ungefähr ein Dreivierteljahr länger als ursprünglich angenommen.

Wie es nun weiter geht in der schier unendlichen Geschichte, ist nicht klar. Noch vor dem Straßenbau liegt die Erneuerung der Schmutzlerbrücke in Ortmannsdorf. Dort musste zusätzlich die Beseitigung der Schmutzlertankstelle in die Pläne aufgenommen werden. Die Straßenbehörde im Landratsamt will erst Ende nächster Woche informieren, wie es mit dem nächsten Puzzleteil weiter geht. Laut Behördensprecherin Ilona Schilk war in dieser Woche Submission für das Brückenbauvorhaben. Nun werden die Unterlagen ausgewertet. In deren Ergebnis können die Termine konkret benannt werden. (mit vim)

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