Gewalt bleibt ein Problem im Landkreis

Zwar ist statistisch die Anzahl der Straftaten in der Region insgesamt zurück gegangen, doch ausgerechnet für Gewalttaten trifft das nicht zu.

Werdau/Zwickau.

Bei allem Optimismus über den Rückgang der Straftaten im Landkreis Zwickau insgesamt konnte sich Polizeipräsident Conny Stiehl bei der Vorstellung der Kriminalstatistik einige Worte des Entsetzens nicht verkneifen. "Was uns Sorgen macht, ist die Gewaltbereitschaft in der Gesellschaft", hatte Stiehl gesagt und darauf verwiesen, dass das Problem alle Altersschichten betreffe. "Es gibt jetzt Schlägereien am Gartenzaun, da kämpft ein Opa mit dem anderen", sagte Stiehl. "In meiner 40-jährigen Dienstzeit habe ich das noch nicht erlebt."

Insgesamt verzeichnet die Polizei in ihrer Kriminalstatistik einen Straftaten-Rückgang im Landkreis Zwickau von 18.906 Fällen im Jahr 2014 auf 15.506 Fällen im Jahr 2018. Bei genauer Betrachtung der Zahlen fällt auf, dass der Rückgang vor allem auf Diebstähle und Vermögensdelikte zurückgeht. Dagegen stagniert die Gewalt. Zwar ist im Landkreis das Risiko, Opfer einer Straftat gegen das Leben zu werden, weiterhin sehr niedrig. Im Bereich Mord, Totschlag und Tötung auf Verlangen fielen fünf Personen einer Straftat zum Opfer, 2014 waren es dreimal so viele. Bei den Sexualstraftaten dagegen gab es einen Anstieg, genauso wie in der Kategorie Rohheitsdelikte und Straftaten gegen die persönliche Freiheit, wozu unter anderem Nötigung und Bedrohung zählen. Auch fällt auf, dass die Anzahl der nicht-deutschen Tatverdächtigen in den Kategorien angestiegen ist.


Die Zwickauer Polizei spricht in dem Zusammenhang von einem augenfälligen Missverhältnis, wenn überproportional häufig zu ihrem Anteil an der Bevölkerung nicht-deutsche als Täter infrage kommen. Dabei ist in speziell diesen Daten nicht unterschieden zwischen Zuwanderern, EU-Bürgern mit Wohnsitz in Deutschland und möglicherweise reisenden Banden. Kriminologen führen erhöhte Zuwanderer-Kriminalität auf spezifische Merkmale der Gruppen zurück. Demnach sind junge Männer in der Gruppe der Zuwanderer stark überrepräsentiert, zudem seien sie im Schnitt schlechter gebildet. Beides erhöhe statistisch die Neigung zur Kriminalität.

Die Beamten wollen auf die Gewaltkriminalität mit mehr Polizeipräsenz reagieren. Darüber hinaus solle der Opferschutz gestärkt werden. "Mancher dachte, mit dem Rückgang der Bevölkerung gehen auch die Straftaten zurück", sagt Polizeipräsident Stiehl. "Heute wissen wir: Das ist mitnichten so."

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