Glocken-Projekt: Der Zeitplan steht fest

Der Turm an der ältesten Kirche in Crimmitschau verwandelt sich zur Baustelle. Sanierung und Geläut kosten 300.000 Euro.

Crimmitschau.

Pfarrer Ferry Suarez ist momentan als Baukoordinator und Kassenwart gefragt. In wenigen Tagen beginnt die Sanierung des Turmes an der St. Laurentiuskirche in Crimmitschau. Damit wird - neben dem Theater - ein weiteres markantes Bauwerk in der Innenstadt eingerüstet. Alle Informationen im Überblick.

Zeitplan: Nach dem Marktfest, das vom 9. bis 11. August stattfindet, rücken die Mitarbeiter einer Gerüstbaufirma an. Der Ausbau der alten Glocken ist Mitte September geplant. Dann beginnt die Verpressung und Versiegelung der Risse, die Schwingungen der Glocken verursacht haben. Die Stahlkonstruktion wird durch einen Glockenstuhl aus Eichenholz ersetzt. Die drei neuen Glocken sollen Mitte Oktober mit einem Spezialkran eingehängt werden. Danach folgt die Installation der Glockentechnik. Spätestens Ende November verschwindet das Gerüst.


Feierlichkeiten: Zwei Termine haben sich viele Leute aus der Kirchgemeinde im Kalender markiert. Am 15. September ist die Glockenweihe geplant. Sie beginnt 15 Uhr. Dazu wird Landesbischof Carsten Rentzing erwartet. Die drei neuen Glocken, die am 14. Juni in Innsbruck gegossen worden sind, sollen allerdings nicht mit einer Kutsche an den Kirchplatz gebracht werden. Stattdessen ist die Präsentation auf einem Weihegerüst geplant. "Ein Umzug, wie zum Beispiel zuletzt bei der Glockenweihe in Neukirchen lässt sich nicht organisieren", sagt Suarez und begründet die Entscheidung unter anderem mit einer fast zeitgleichen Veranstaltung im Theater. Die Glockenweihe soll mit einem Kaffeetrinken verbunden werden. Wenn alles nach Plan läuft, wird das Geläut erstmals am ersten Adventssonntag erklingen.

Handwerker: Mitarbeiter aus sieben verschiedenen Betrieben kommen auf der Baustelle zum Einsatz. Die Suche nach Handwerkern lief - trotz der oftmals gut gefüllten Auftragsbücher - einfacher als erwartet. "Wir liegen bisher im Bereich der kalkulierten Kosten", sagt Ferry Suarez bei einem Blick auf den Finanzplan. Er macht deutlich: "Wir haben ein Ingenieurbüro mit Erfahrung und viele Firmen, die sich auf Kirchen-Baustellen spezialisiert haben." Dazu gehören beispielsweise Glockentechniker aus Heidenau, die zuletzt am Einbau der Glocken in der St. Nicolaikirche in Leipzig beteiligt waren.

Finanzierung: Die Kosten belaufen sich auf rund 300.000 Euro. Davon werden 190.000 Euro für die Sanierung des Kirchturmes und 110.000 Euro für die neuen Glocken benötigt. Die beiden Vorhaben müssen - zumindest finanztechnisch - getrennt betrachtet werden. Der Grund: Nur für die Kirchturm-Sanierung ist eine Förderung aus dem Programm "Aktive Stadt- und Ortsteilzentren" möglich. Aus den Töpfen kommen 130.000 Euro - jeweils zu einem Drittel von Bund, Freistaat und Stadt. Der Rest wird überwiegend über Spenden finanziert. "Wir haben auch viele kleinere Spenden erhalten", sagt Suarez. Aktuell sei noch ein Betrag von rund 30.000 Euro ungedeckt. Der Pfarrer macht deutlich: "Wir hätten 2012, als das Läuteverbot verhängt wurde, nicht gedacht, dass wir schon 2019 neue Glocken weihen können."


Glocken wiegen weniger

Bisher befinden sich drei Eisenhartgussglocken im Kirchturm - mit einem Gewicht von 2045 Kilogramm, 908 Kilogramm und 522 Kilogramm. Der Einbau erfolgte 1958. 2012 wurde von einem Glockensachverständigen ein Läuteverbot verhängt.

Das Geläut wird durch drei Bronzeglocken ersetzt. Die größte Glocke bringt 1350 Kilogramm auf die Waage. Die beiden weiteren Glocken wiegen 660 Kilogramm und 500 Kilogramm. Die drei Glocken haben jeweils auch einen kleineren Durchmesser als die Vorgänger-Modelle. (hof)

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