Gräfenmühle wird am Freitag offiziell Kreisnaturschutzstation

Per Vertrag arbeiten die Landschaftspfleger von Neukirchen unter anderem für den Schutz von Biotopen und seltenen Tieren in der Region.

Neukirchen.

Auch wenn Zimmerin Tabea Schmid und ihre Kollegen noch einen weiteren Zahn zulegen würden: Bis Freitag wird das künftige Seminargebäude im Komplex der Gräfenmühle in Neukirchen nicht komplett fertig. Die junge Frau auf der Walz stammt aus Tübingen (Baden-Württemberg) und arbeitet derzeit bei einem Lehmbau-Unternehmen der Region, das im Gebäude in den zurückliegenden Tagen noch die Fenster einbaute.

Am Freitag werden Landrat Christoph Scheuer (CDU) und Ines Liebald, die Vorsitzende des Landschaftspflegeverbandes Westsachsen, die auch Bürgermeisterin von Neukirchen ist, die Mühle an der Pestalozzistraße als Kreisnaturschutzstation feierlich eröffnen. Praktische Maßnahmen für den Erhalt der Schutzgebiete und Biotope im Landkreis, von gefährdeten Tier- und Pflanzenarten sind zwei der Hauptaufgaben der Mitarbeiter der Einrichtung. Aber auch die Sensibilisierung der Bevölkerung, vor allem der Kinder und Jugendlichen, für die vielfältigen Belange des Naturschutzes haben sich die Landschaftspfleger der Gräfenmühle auf die Fahnen geschrieben. Im künftigen Seminargebäude, das laut René Albani, Geschäftsführer des Landschaftspflegeverbandes, bis zu den Herbstferien fertiggestellt sein soll, gibt es auch einen Raum für Veranstaltungen und Seminare.

Wenn dieser Abschnitt, der rund 230.000 Euro kostet, abgeschlossen ist, beginnt ein weiteres großes Vorhaben. "Wir haben Aussicht auf Fördermittel für den sogenannten Nordflügel der Mühle", sagte Ines Liebald. Vor allem das Dach ist ein Problem. Eine Notsicherung müsse so schnell wie möglich erfolgen, um den Komplex vorm Einsturz zu bewahren. Bei den Arbeiten ist der Verein auf jedwede Art von Unterstützung angewiesen, denn die Mitglieder müssen für die anstehenden Projekte immer einen finanziellen Eigenanteil aufbringen. "Deshalb freuen wir uns über Förderer, aber auch neue Mitglieder", sagte Ines Liebald.


Letzter Müller wohnte hier bis 1993

1725 wurde die Gräfenmühle von Johann Friedrich Graf an jener Stelle errichtet, an der vorher die Angermühle oder auch Ungermühle stand. Später wurde sie Eigentum der angrenzenden Spinnerei Reuter & Beckert und war eine Mahlmühle. Sie wurde in mehreren Generationen durch die Familien Werner bis 1993 betrieben. Bis 1993 wurde die Mühle, von der auch Teile abgerissen worden sind, vom letzten Müller bewohnt. 1994 wurde das Gehöft vom Landschaftspflegeverband als Vereinssitz gekauft. Es begannen erste umfangreiche Sanierungsarbeiten, die sich noch Jahre hinziehen werden. (rdl)

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