Große Parteien büßen Mitglieder ein

Die Mitgliederzahlen der Parteien im Kreistag spiegeln die Wahl- ergebnisse der jüngsten Zeit wider. Mit einigen prägnanten Ausnahmen.

Zwickau.

Die einen freuen sich über zehn zusätzliche Mitglieder, andere sind trotz rund 100 Mitgliedern weniger noch zufrieden: Bei einer Umfrage unter den im Kreistag vertretenen Parteien haderte keine von ihnen mit dem Zuspruch zu ihrer Arbeit. Auch wenn hin und wieder durchklang, dass es gern auch mehr Mitglieder sein dürften.

Das gilt auch für die am stärksten vertretene Partei im Landkreis: die CDU. Ende 2017 listeten die Verzeichnisse der Christdemokraten 803 Mitglieder auf. Tendenz sinkend, so Carsten Ehrig, Geschäftsführer der Kreisgeschäftsstelle: "Die Mitgliederzahl ist in den vergangenen fünf Jahren um rund zehn Prozent zurückgegangen, was zum größten Teil demografische Gründe hat. Der negative Saldo kommt durch die verstorbenen Mitglieder zustande", erläutert Ehrig. Der Frauenanteil liegt bei knapp 30 Prozent, Tendenz steigend. Das gilt auch für den Altersdurchschnitt: Derzeit liegt er bei rund 59 Jahren.

Das dürfte für die zweitgrößte Partei im Kreis nicht reichen: Unter den 596 Mitgliedern der Linken sind nur knapp 27 Prozent jünger als 65 Jahre, fast die Hälfte sind Frauen. Auch die Linke verliert deutlich an Mitgliedern: 2015 hatten noch 691 Menschen ein entsprechendes Parteibuch in der Tasche. Landesgeschäftsführer Thomas Dudzak, der nach dem Ausscheiden von Sandro Tröger als Kreischef antwortet, gibt sich dennoch optimistisch: "Wir sind zuversichtlich, dass im Wahljahr 2019 viele neue Mitstreiterinnen und Mitstreiter zu uns stoßen."

Diese Erwartung teilt die AfD. Janin Klatt-Eberle, die in der vergangenen Woche als Kreisvorsitzende zurückgetreten ist, teilt mit, dass allein im September 90 Aufnahmeanträge gestellt wurden. Allerdings sei man noch mit dem Prüfen beschäftigt, "um eine klare Abgrenzung nach rechts sicherzustellen", so Klatt-Eberle. Aktuell hat die AfD 198 Mitglieder im Landkreis - deren Altersstruktur sei jedoch noch nicht ausgewertet, so die ehemalige Vorsitzende weiter. Den Frauenanteil schätzt sie auf 20 Prozent.

Ähnlich verhält es sich bei der FDP, unter deren 179 Mitgliedern 39 Frauen sind, so Albrecht Franke vom Kreisvorstand. Er bezeichnet die Mitgliederzahlen als stabil.

Die Freien Wähler sieht deren Kreisvorsitzender Anselm Meyer nicht adäquat wahrgenommen. Dabei stellt die drittstärkste Fraktion im Kreistag einige Bürgermeister und vereint eine Reihe von Wählergruppen unter ihrem Dach - etwa 20 sind mit dem Kreisverband als Mitglieder oder informell verbunden. Auf 300 Mitglieder schätzt er die Gruppe, die sich als Politik von unten versteht. Das Durchschnittsalter liegt bei 55 Jahren, der Frauenanteil bei zehn bis 20 Prozent.

Die SPD wartet laut Kreischef Andreas Weigel mit stabilen Zahlen auf. Ende 2017 hatte sie 260 Mitglieder, davon sind nicht ganz ein Viertel Frauen. Weigel sieht die Stärke der Partei in einer stabilen Arbeit. Angesichts der Diskussionen in Berlin sei das nicht selbstverständlich. Altersdurchschnitt: 55 Jahre bei den Frauen, 52 Jahre bei den Männern.

Mit Abstand die wenigsten Mitglieder haben die Grünen - dennoch spiegelt sich auch bei ihnen der bundesweite Aufwärtstrend wider. Von knapp über 50 vor einigen Jahren ist deren Mitgliederzahl auf 62 gestiegen. Martin Böttger vom Kreisvorstand leitet daraus ab, dass die Partei für Menschen aus bürgerlichen Kreisen anziehend geworden ist, die sich dem Rechtsextremismus entgegensetzen wollen. 27 Prozent der Grünen im Kreis sind älter als 60, jedes dritte Mitglied ist eine Frau.

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