Haribo: Auch Künstler fordern Werk-Erhalt

Kreative unterstützen Beschäftigte mit Aktionen in Wilkau-Haßlau

Wilkau-Haßlau.

Gegen die Pläne von Haribo, das Werk in Wilkau-Haßlau zu schließen, regt sich nun auch kreativer Protest. Der Zwickauer Aktionskünstler Walter Grimbs hat dem Standort des Süßwarenherstellers einen Besuch abgestattet und mit einem Plakat vor dem Gebäude postiert. Darauf erinnert er Haribo an Artikel 14 des Grundgesetzes, dem zufolge Eigentum verpflichtet und "zugleich dem Wohle der Allgemeinheit dienen" solle. "Unternehmen haben eine soziale Verantwortung. Deshalb kann man in diesem Fall nicht nur zuschauen", begründet Grimbs seine Aktion.

Eine weiteres Kunstprojekt hat gerade erst begonnen. Seit Sonntag ist direkt am Eingang zum Werksverkauf eine Schlange aus bemalten Steinen zu sehen. Sie ist vor allem als "moralische Unterstützung" für die 150 von Arbeitslosigkeit bedrohten Mitarbeiter gedacht, erklärt Ines Seidel. Sie ist bei der Facebook-Gruppe Zwickistones aktiv, deren Mitglieder in Zwickau und Umgebung seit Monaten bemalte Steine ablegen und damit ein Lächeln in die Gesichter der Finder zaubern wollen. Die Wilkau-Haßlauer Schlange besteht aus Steinen mit Haribo-Bezug. Goldbären sind darauf ebenso zu sehen wie Lutscher aus Fruchtgummi und Lakritzschnecken. "Die Steine sind sehr schön geworden", sagt Seidel. Sie ist sich sicher, dass in den nächsten Tagen viele der mehr als 1200 Zwickistones-Mitglieder weitere Steine ablegen und so die Schlange wachsen lassen. Die Aktion soll mindestens bis Samstag andauern. An jenem Tag findet auf dem Kornmarkt in Zwickau ab 14 Uhr eine Kundgebung statt. Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten und mehrere Politiker haben zu dem Protest gegen die geplante Schließung des Werkes aufgerufen. (jop)

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