Hartmannsdorfs Bürgermeisterin gegen Landratsamt

Streitpunkt Corona-Fall in der Grundschule: Ortschefin wehrt sich gegen Aussagen aus dem Gesundheitsamt

Hartmannsdorf.

Kerstin Nicolaus, Bürgermeisterin der Gemeinde Hartmannsdorf, wehrt sich gegen Aussagen einer Ärztin des Gesundheitsamtes Zwickau. Es geht um Corona-Fälle in der Grundschule Hartmannsdorf Ende Mai.

Sylke Förster, Ärztin im amtsärztlichen Dienst, hatte sinngemäß in einem "Freie Presse"-Interview gesagt, dass das Gesundheitsamt die Testung aller Kinder und Mitarbeiter der kombinierten Einrichtung aus Grundschule, Hort, Kita und Krippe auf Eigeninitiative veranlasst hatte. "Das entspricht nicht den Tatsachen", sagt Nicolaus dazu.

Am Mittwoch den 27. Mai sei die Grundschule von einer Mutter darüber informiert worden, dass ihr Kind einen Tag zuvor positiv auf Corona getestet worden war. Mitarbeiter des Gesundheitsamtes hätten auf Nachfrage gesagt, weitere Tests seien nicht nötig. Nicolaus rief daraufhin mehrmals bei der Behörde an, wie sie sagt, und forderte Tests in der gesamten Einrichtung. Einen Tag später testeten Mitarbeiter des Rettungszweckverbandes alle Kinder und Mitarbeiter, wodurch noch zwei weitere Coronafälle entdeckt wurden. Am Tag darauf verhängte das Gesundheitsamt die Quarantäne über die betroffene dritte Klasse und die angeschlossene Hortgruppe.

Die Entscheidung, die gesamte Einrichtung testen zu lassen, so Sylke Förster vom Gesundheitsamt, sei aufgrund der Gegebenheiten vor Ort gefallen, unabhängig von der Bürgermeisterin. Man wollte auf Nummer sicher gehen. Auch dagegen wehrt sich die Bürgermeisterin der Gemeinde Hartmannsdorf. "Uns wurde ein hervorragendes Hygienekonzepte bescheinigt. Außerdem leisteten alle Mitarbeiter hervorragende Arbeit." Die Trennung von Schulklassen, Mitarbeitern und Kindern sei vorbildlich gewesen.

Das Landratsamt möchte sich zu den Aussagen von Kerstin Nicolaus nicht weiter äußern. Das Gesundheitsamt habe seine Arbeit wie gesetzlich verlangt und auch zeitnah gemacht. "An dieser Aussage gibt es unsererseits keine Abstriche.", sagt Sprecherin Ilona Schilk. "Der Fall ist für uns abgeschlossen." (akli)

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