Hilfeverein ist in Nöten

Bisher haben die Mitstreiter von "Rat und Tat" in Crimmitschau rund 5000 Bürgern aus der Region geholfen. Der Service könnte bald der Vergangenheit angehören.

Crimmitschau.

Seit elf Jahren ist der Verein "Rat und Tat" am Mannichswalder Platz in Crimmitschau bei Hilfesuchenden eine gefragte Adresse. Zweimal in der Woche, jeweils dienstags und donnerstags für zwei Stunden, bieten die Vereinsmitglieder ihre Hilfe an. Das Angebot wurde seit Bestehen des Vereins rund 5000-mal in Anspruch genommen. Doch damit könnte in ein paar Monaten Schluss sein. Der Grund: Es fehlt an jüngeren Mitstreitern. "Wir sind aktuell neun Mitglieder, davon fünf aktive. Unser Vorstand besteht aus drei Mitgliedern, die haben alle das 60. Lebensjahr überschritten und werden bei den nächsten Wahlen auch nicht wieder für das Amt kandidieren", sagt Ingo Schellenberg. Er hat den Vorsitz seit neun Jahren inne und wird im kommenden Jahr 63. "Dann ist Schluss. Das heißt aber nicht, dass ich mich komplett zurückziehen werde. Ich würde den neuen Vorstand noch weiter unterstützen", sagt der Crimmitschauer. Die neuen Interessenten müssen auch keine 20 Jahre alt sein. "Wer so um die 50, Hausfrau oder im Vorruhestand ist, ist willkommen. Jüngere Leute selbstverständlich auch. Wichtig ist, dass wir wieder einen Vorstand zusammenbekommen, sonst werden wir uns nach dem Jahreswechsel auflösen", sagt Ingo Schellenberg. Das Nachsehen hätten dann besonders die sozial Schwachen. Denn an die richtet sich hauptsächlich das Hilfsangebot des Vereins. "Wir helfen unter anderem beim Ausfüllen von Anträgen für Arbeitslosengeld oder der Rente, bei Widersprüchen gegen Behördenentscheidungen, Wohngeldansprüchen oder Bewerbungsunterlagen", sagt Vereinsmitglied Brigitte Böhme. Der Service ist für die Hilfesuchenden kostenlos. Lediglich um eine Spende für die entstehenden Unkosten wird gebeten. "Seit die Wohngeldstelle im Rathaus geschlossen hat, kommen viele Bürger zu uns und bitten um Unterstützung beim Erstellen der Unterlagen. Aber es gab auch schon mehrere Fälle, wo das Jobcenter Bürger direkt zu uns geschickt hat, um beim Ausfüllen der Papiere zu helfen", erklärt Ingo Schellenberg. Die Palette reicht noch weiter. Angeboten werden beispielsweise auch diverse Computerkurse. "Die Nachfrage diesbezüglich ist nach wie vor groß."

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