IFA-Oldtimertreffen: OB und Minister beenden ihren Streit

Das Stadtoberhaupt von Werdau hat Sachsens Wirtschaftsminister zum Kult-Treffen eingeladen - die Zusage steht noch aus.

Werdau/Chemnitz.

Werdaus Oberbürgermeister Stefan Czarnecki (CDU) und Sachsens Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD) haben einen Schlussstrich unter einem seit Monaten andauernden Streit über die Zukunft des IFA-Oldtimertreffens gezogen. Die Männer begruben bei einer Festveranstaltung am Freitagabend in Chemnitz, bei der sie beide als Gäste eingeladen waren, das Kriegsbeil. "Wir haben zusammen die Friedenspfeife geraucht, wenn auch nur symbolisch gesehen", sagt Stefan Czarnecki.

Auslöser der Unstimmigkeiten zwischen den beiden Männern war das 2015 ausgesprochene Verbot des Wirtschaftsministeriums, ab 2019 die Westtrasse für die Durchführung des IFA-Oldtimertreffens zu nutzen. Bis dahin, so der Minister, habe die Kommune Zeit für die Suche nach einem neuen Austragungsort. Duligs Meinung: Eine Straße wird zum Fahren gebaut und nicht, um darauf zu parken. Nach Czarneckis Auffassung hatte sich der Veranstaltungsort bewährt, eine alternative Fläche dafür sei in der Stadt nicht vorhanden. Beide Politiker beharrten auf ihrem Standpunkt. Damit wäre das 21. Oldtimertreffen im April des Vorjahres auch das letzte auf der Westtrasse gewesen. 2018 wuchs der Druck von den Ausstellern und Besuchern der Veranstaltung sowie aus den Reihen der eigenen Parteimitglieder. Auch Landtagsabgeordneter Jan Löffler (CDU) mischte sich in das Geschehen ein und bombardierte Dulig im Landtag mit zahlreichen sogenannten Kleinen Anfragen. Die Fronten verhärteten sich.


Im Herbst vorigen Jahres lenkte der Minister ein und erteilte bei einem Kaffeeplausch in der Wohnung eines SPD-Mitgliedes in Werdau der Kommune die Genehmigung, die Trasse für vorerst weitere drei Jahre für das Treffen nutzen zu können. Sollte sich das Verkehrskonzept der Stadt während der Veranstaltung bewähren, wäre auch eine Verlängerung über 2021 möglich, so Dulig. Werdaus Oberbürgermeister, der zu der Problematik im Vorfeld mehrmals zu Gesprächen bei dem Minister in Dresden weilte, erfuhr von der Zusage des Ministers einen Tag später aus der "Freien Presse".

All das gehört der Vergangenheit an. Werdaus Stadtoberhaupt zeigt sich nach dem Gespräch am Freitagabend erleichtert, dass über Parteigrenzen hinweg Einigkeit herrscht. "Ich erkenne Martin Dulig hoch an, dass er sich über Entscheidungen in seinem eigenen Haus hinweggesetzt hat. Das habe ich ihm in Chemnitz auch persönlich gesagt", sagt Czarnecki. Er nutzte die Gelegenheit, Dulig zu einem Besuch des IFA-Treffens einzuladen. "Er will uns in den kommenden Tagen sagen, ob er nach Werdau kommen wird", sagt Czarnecki. Dulig befindet sich bis zum 27. April mit seiner Familie im Urlaub. "Wenn er kommt, dann am letzten Veranstaltungstag", sagt Werdaus Oberbürgermeister. Nachgedacht wird sogar über eine Teilnahme des Ministers in einem Oldtimer am Abschlusskorso.

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