Immer mehr bedroht von Altersarmut

NGG-Gewerkschafter sieht Trend mit Sorge

Zwickau.

Immer mehr Menschen im Landkreis Zwickau sind neben ihren Altersbezügen auf staatliche Stütze angewiesen. Die Zahl der Empfänger von "Alters-Hartz-IV" stieg innerhalb von zehn Jahren um 14 Prozent. Gab es im Kreis Zwickau 2008 noch 1759 Bezieher von Grundsicherung im Alter oder bei Erwerbsminderung, so waren es im vergangenen Jahr bereits 2000. Das teilt die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten mit. Die NGG beruft sich hierbei auf Angaben des Statistischen Landesamtes.

Volkmar Heinrich, Geschäftsführer der NGG-Region Dresden-Chemnitz, sieht den Trend mit Sorge. "Die amtlichen Zahlen zeigen nur die Spitze des Eisbergs. Denn sehr viele Menschen, die wegen Mini-Renten eigentlich einen Anspruch auf die Grundsicherung haben, schrecken aus Scham vor einem Antrag zurück", sagt Heinrich. Ohne die Einführung einer Grundrente könnte das Armutsrisiko laut DIW bis zum Jahr 2039 auf 21,6 Prozent steigen. "Eine entscheidende Ursache für dürftige Renten sind niedrige Einkommen. Das liegt auch an der Praxis vieler Unternehmen, aus Tarifverträgen auszusteigen und so die Löhne zu drücken. Hinzu kommt der Trend zu Teilzeit und Minijobs", erklärt der Gewerkschafter. Die NGG fordert die Große Koalition auf, beim Thema jetzt ernst zu machen. Die Politik müsse die nötigen Mittel aufbringen, um Altersarmut im großen Stil zu stoppen. (fp)

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