"In der Gastronomie steckt Potenzial"

Forsthaus-Chefin Susanne Smuikat plaudert über die Gaststätte im Sahnpark, Ferienwohnungen und die Speisekarte "Wild und Grün"

Crimmitschau.

Susanne Smuikat hat eine weitere Traditionsgaststätte in Crimmitschau übernommen. Sie ist - neben dem Restaurant "Schlossbräu" in der Innenstadt - nun auch für das Forsthaus im Sahnpark verantwortlich. Holger Frenzel sprach im Interview über Beweggründe, Synergieeffekte und Expansionspläne.

Freie Presse: Etliche Geschäftsleute ziehen sich - aus ganz unterschiedlichen Gründen - aus dem Gastronomiebereich zurück. Warum erweitern Sie Ihr Engagement, Frau Smuikat?

Susanne Smuikat: Die Gastronomie hat nicht den besten Ruf. Die Suche nach Mitarbeitern ist schwierig. In vielen Häusern wird Fast Food serviert. Aber: Wirtschaftlich betrachtet steckt in Branchen, denen es momentan nicht so gut geht, mittel- und langfristig ein großes Potenzial. Deshalb handelt es sich um eine Investition in die Zukunft. Es gibt bekanntlich das Sprichwort: "Wir leben nicht um zu essen, sondern wir essen um zu leben."

Sie betreiben seit Mitte Juli 2017 bereits das Restaurant "Schlossbräu" in der Innenstadt. Wie kam es zur Übernahme des Forsthauses?

Der bisherige Betreiber, der das Forsthaus rund 30 Jahre bewirtschaftet hat, war aus Altersgründen auf der Suche nach einem Nachfolger. Er wusste, dass ich - in einer ähnlichen Konstellation - bereits das "Schlossbräu" übernommen habe. Dadurch gab es die Anfrage, ob es Interesse am Forsthaus gibt. Das passiert öfters mal. Man muss aber genau schauen, was sich aktuell und künftig lohnt.

Was hat - im Fall des Forsthauses - den Ausschlag gegeben?

Es ist ein sehr schönes Objekt - mit einer langen Tradition und einer tollen Lage im Park. Das Forsthaus ist ein Ausflugslokal mit einem guten Ruf.

Wie beschreiben Sie die Verbindung zwischen Forsthaus und Sahnpark?

Es spielt alles zusammen, man kann es nicht getrennt betrachten. Das Kunsteisstadion und das Tiergehege haben eine große Bedeutung für das Forsthaus. Zu unseren Gästen gehören unter anderem Eishockey-Fans und Besucher des Tiergeheges. In den Sommermonaten lassen einige Leute den Tag nach einem Besuch im Sahnbad hier ausklingen. Wir können mit einem großen Biergarten, der Charme hat und sich unter großen Bäumen befindet, punkten.

Welche Investitionen machen sich im Forsthaus erforderlich?

Wir wollen das Dachgeschoss, welches momentan ungenutzt ist, ausbauen. Hier sollen zwei Ferienwohnungen entstehen. Die Gäste können dann die Vorzüge, die der Sahnpark bietet, nutzen. Das ist wirklich fast Urlaub im Wald. Der Umbau ist mit einem schwierigen Genehmigungsverfahren, unter anderem durch die Auflagen des Denkmalschutzes, verbunden. Wir wären mit dem Ausbau gern im Frühjahr 2020, wenn die Landesausstellung in der Tuchfabrik stattfindet, fertig gewesen. Das ist aber nicht zu schaffen.

Was wird sich am gastronomischen Angebot im Forsthaus ändern?

Es gibt bestimmt seit sieben Jahren die gleiche Karte. Es soll etwas frischer Wind rein. Wir haben analysiert, welche Gerichte gut gehen. Sie bleiben natürlich auf der Karte. Unser junges Team, welches wir in der Küche haben, wird auch neue Kreationen entwickeln. Wir haben allerdings schon bei der Übernahme des Restaurants "Schlossbräu" gemerkt, wie schwierig Veränderungen sind: Es gibt Leute, die ein Steak au four wollen und davor noch ein Würzfleisch bestellen.

Wie unterscheiden sich die Speisekarten in den beiden Häusern?

Das Forsthaus ist ein Ausflugslokal. Die Karte ist so gestaltet, dass unsere Küche - vor allem an Wochenenden - auch einen größeren Ansturm bewältigen kann. Wir befinden uns noch in der Experimentierphase. Die Karte lässt sich mit dem Titel "Wild und Grün" beschreiben. Das heißt: Es gibt natürlich Wildgerichte, aber auch Angebote für Veganer und Vegetarier. Im "Schlossbräu" haben wir ein etwas breiteres Angebot mit einer klassischen deutschen Küche, die modern interpretiert wird. Wir wollen in beiden Gaststätten künftig mehr mit Saisonkarten arbeiten.

Welche Synergieeffekte ergeben sich für Sie als Betreiberin von zwei Gaststätten in Crimmitschau?

Wir haben insgesamt elf Mitarbeiter, können das Personal flexibler einsetzen. Dazu kommen auch bessere Einkaufskonditionen sowie eine gemeinsame Verwaltung und Buchhaltung. Wir haben zudem die Möglichkeit, wenn eine Gaststätte voll ist, den Besuchern einen Platz in unserer anderen Gaststätte anzubieten. Das wird gern angenommen. Wir spüren in vielen Gesprächen: Die Leute sind dankbar, dass es ein Angebot aus der deutschen Küche gibt.

Wie reagieren Sie, wenn Ihnen in den nächsten Wochen die Übernahme einer weiteren Gaststätte angeboten wird?

Das kommt immer wieder vor. Am Ende muss es wirtschaftlich sein und zu uns passen. Ich kann es mir wirklich vorstellen. Es gibt auch eine interessante Ausflugsgaststätte in der Region, über die wir in den letzten Monaten ernsthaft nachgedacht haben. Das ist aber kein Thema mehr.

Susanne Smuikat (37) betreibt in Crimmitschau das Forsthaus und das Restaurant "Schlossbräu". Die Diplom-Betriebswirtin ist seit Mitte 2017 in der Gastronomie-Branche vertreten. Zudem hat sie sich auf die Vermietung von Ferienwohnungen spezialisiert. Sie wohnt im Ortsteil Blankenhain.

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...