Industriekletterer nehmen 175 Jahre altes Eisenbahnviadukt in Augenschein

Am 6. September 1845 fuhr der erste Zug über das Bahnviadukt in Leubnitz. Seitdem sind 175 Jahre vergangen. Das Bauwerk hat bis heute nichts an Bedeutung verloren. Noch immer rollen über die Brücke die Züge in Richtung Zwickau und in Richtung Plauen. Damit das Bauwerk auch noch mindestens weitere 175 Jahre stehen bleibt, wird der bauliche Zustand regelmäßig durch Experten überprüft. In dieser Woche waren Industriekletterer im Auftrag der Bahn auf der Brücke unterwegs, seilten sich ab und nahmen die Konstruktion in Augenschein (rechts). Die größte Höhe des markanten Bauwerkes über den Bachbett beträgt 23,5 Meter, über der Straße 22 Meter. Insgesamt ist die Brücke 172 Meter lang. Die für den Bau benötigten Ziegel wurden alle in der Region hergestellt. Erst 26 Jahre nach der Einweihung der Brücke wurde der Streckenabschnitt zweigleisig ausgebaut und 1962 elektrifiziert. Der erste mit einer E-Lok gezogene Zug passierte das Viadukt am 25. Mai 1963. Für negative Schlagzeilen sorgte das Bauwerk am 29. August 1964, als sich auf ihm ein schweres Unglück ereignete. Auf der Brücke stießen eine Lok und ein Güterzug zusammen. Einer der Zugführer starb am Unfallort, zwei Güterwagen stürzten in ein unter der Brücke stehenden Haus. Die Bewohner kamen mit dem Schrecken davon. Das stark beschädigte Haus wurde abgerissen. (umü)

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