Interesse an historischen Plänen und Zeichnungen nicht sehr groß

Das Werdauer Stadt- und Dampfmaschinenmuseum veranstaltete am Mittwoch zum vierten Mal einen Chronik- und Bildertag. Im Mittelpunkt standen die Friedhöfe.

Werdau.

Museumschef Hans-Jürgen Beier hat schon etwas Frust geschoben. "Nachdem der Werdauer Friedhof zum 'Tag des offenen Denkmals' im September förmlich überrannt wurde, kann ich mir das recht geringe Interesse an den Plänen und Bauzeichnungen nicht so recht erklären", sagte der Historiker, nachdem er mit dem Stadtarchiv im Rathaus extra für den Aktionstag am Mittwoch alle möglichen Dokumente zu den einstigen Werdauer Friedhöfen und dem heutigen Areal in der Brüderstraße ins Museum geholt hatte. Bis zum Schließen hatten nur 35 Leute die Einrichtung besucht. "Für das Heraussuchen im Stadtarchiv sind allein knapp drei Tage draufgegangen, schließlich gab es zu diesem Thema viele Dokumente", sagte Hans-Jürgen Beyer, der die zum Teil sichtlich in die Jahre gekommenen Pläne und Zeichnungen in einem der beiden Sonderausstellungsräume im Erdgeschoss des Museums ausgelegt hatte.

Dabei war auch der älteste Plan aus dem Jahr 1870. Er zeigt den alten Friedhof um die einstige Egidienkirche und deren Kirchhof an der heutigen Ziegelstraße im Bereich des Central-Theaters. "Die wenigsten Werdauer wissen, dass das bereits der zweite Friedhof der Stadt war", sagte Beier. Der erste Gottesacker befand sich bis 1860 in Nähe der Marienkirche, wo in den 1990er-Jahren bei Ausgrabungen rund um die Stadtmauer viele Knochenfunde gemacht wurden. Den ersten städtischen Friedhof gab es auf dem Areal des heutigen Richard-Wagner-Parks, der von den Werdauer Stadtvätern allerdings etwas zu klein angelegt worden war. "Damals gab es halt noch keine Urnenbeisetzungen", meinte der Crimmitschauer Geschichtswissenschaftler Matthias Kluge, der ins Werdauer Museum gekommen war. Entsprechend gab es den Umzug des Friedhofes an den heutigen Standort oberhalb des Wohngebietes Werdau-Ost.

Ebenfalls im Museum ausgestellt waren Pläne von Vorhaben aus der Zeit des Zweiten Weltkrieges speziell im heutigen Richard-Wagner-Park. "Die Nazis wollten 1944 auf dem alten Friedhof für sich einen Treffpunkt bauen. Das kam nicht zustande. Es entstanden Baracken für Fremdarbeiter", sagte Hans-Jürgen Beier, der auch Kenntnis über den Verbleib einiger der schlichten Unterkünfte von damals besitzt.

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