Interesse an Schocken-Zukunft ist groß

Die Investoren haben ihren Zeitplan für die Sanierung des Crimmitschauer Gebäudekomplexes präsentiert: Ende 2021 sollen die Handwerker fertig sein.

Crimmitschau.

Mehr als 200 Besucher haben am Donnerstagnachmittag die Eröffnung einer neuen Ausstellung zum Bauhausstil im ehemaligen Schocken-Kaufhaus in Crimmitschau verfolgt. So viele Leute waren in den letzten zwei Jahrzehnten garantiert nicht zeitgleich in dem Gebäude, das seit der Schließung des Zack-Kaufhauses am 4.September 1999 leer steht. "Ich bin überwältigt vom großen Zuspruch", sagte Oberbürgermeister André Raphael (CDU), der im September auch den Wirtschaftstreff und eine Bürgerversammlung im Erdgeschoss des ehemaligen Schocken-Kaufhauses durchführen will.

Wenn es nach der vierköpfigen Investorengruppe um Jens Dietrich, Inhaber eines Planungsbüros aus Oelsnitz im Erzgebirge geht, wird der Komplex nicht lange als provisorischer Veranstaltungsort genutzt werden. Der Grund: Die Eigentümer treiben die Vorbereitungen für die Sanierung voran. 5,2 Millionen Euro sollen in das Gebäude gesteckt werden. "Wenn alles planmäßig läuft, wollen wir bis Ende 2021 fertig sein. Das ist ein sportliches Ziel, aber zu schaffen", sagte Jens Dietrich in einer Gesprächsrunde während der Ausstellungseröffnung.


Dabei wurde auch offen über die Finanzierung des Projektes gesprochen. 2,6 Millionen Euro fließen aus dem Bundesprogramm "Förderung von Investitionen in nationale Projekte des Städtebaus". Marco Wanderwitz (CDU), parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium des Inneren, für Bau und Heimat, übergab am Donnerstag schon einmal symbolisch die passende Plakette an André Raphael. Der Fördermittelbescheid soll im Oktober folgen. "Es handelt sich um ein Haus, das eine Stadt wie Crimmitschau prägt", sagte Wanderwitz. Er machte deutlich, dass sich auch die Stadt und die privaten Investoren an den Kosten beteiligen - mit jeweils rund 1,3 Millionen Euro.

Bisher ist nur ein Teil der künftigen Nutzungspläne konkret. In den beiden oberen Geschossen sollen insgesamt sechs Wohnungen entstehen - 120 bis 150 Quadratmeter groß. Durch einen Lichthof im Innenbereich soll ausreichend Tageslicht in die Wohnungen kommen. "Wir müssen die Voraussetzungen für eine langfristige Nutzung schaffen", sagte Jens Dietrich, der zur Ausstellungseröffnung allerdings noch nicht auf die Pläne für Erdgeschoss und erste Etage eingegangen ist. Hier wurde in der Vergangenheit nur recht allgemein über Flächen für Handel, Gastronomie und Büros gesprochen. Auch ein Umzug der Stadtbibliothek steht zur Debatte.

In der Ausstellung werden auf einer von insgesamt 16 Tafeln auch die Visionen für das Objekt in Crimmitschau aufgezeigt. Zudem informieren die Macher über die verschiedenen Schocken-Standorte in Deutschland, die Architekten Erich Mendelsohn und Bernhard Sturzkopf sowie über die Entwicklung der Schocken-Warenhäuser in Chemnitz sowie im erzgebirgischen Oelsnitz.


Ausstellung hat am Wochenende geöffnet

Zweimal können interessierte Besucher am Wochenende einen Blick in die Ausstellung mit dem Titel "Der Bauhausstil: Markenzeichen des Schocken-Warenhaus-Konzerns" werfen. Am Samstag stehen die Türen in der Zeit von 10 und 13 Uhr für Besucher offen, am Sonntag ist diese Schau zwischen 14 und 17 Uhr geöffnet.

Weitere Öffnungszeiten für die Ausstellung will die Stadtverwaltung noch festlegen. Im Schockenkomplex finden demnächst auch zwei Veranstaltungen statt. Am 4. September wird ab 18.30 Uhr zum Wirtschaftstreff eingeladen. Am 16. September, 19 Uhr, folgt eine Einwohnerversammlung, bei der über die Innenstadt-Entwicklung diskutiert wird. (hof)

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