Kandidaten stellen ihre Schwerpunkte vor

WAHLEN 2019 Am 26. Mai wird in Crimmitschau ein neuer Stadtrat gewählt. Sieben Parteien und Wählervereinigungen stehen zur Wahl.

Crimmitschau.

Nach den Kommunalwahlen, die am 26. Mai stattfindet, wird der Stadtrat von Crimmitschau verkleinert. Dann wird das Gremium nur noch aus 22 Mitgliedern bestehen. Momentan sitzen 26Frauen und Männer im Stadtrat am Tisch. Die Entscheidung wurde bereits Ende des letzten Jahres durch eine Änderung der Hauptsatzung getroffen. 88 Kandidaten bewerben sich um einen Platz im Stadtrat. Sie kommen aus sieben Parteien und Wählervereinigungen. Erstmals gehen in Crimmitschau auch die Alternative für Deutschland (AfD) und der Sächsische Heimatschutz Frankenhausen (SHF) an den Start. "Freie Presse" hat die Parteien und Wählervereinigungen nach den Schwerpunkten im Wahlprogramm und denZielenbefragt. Für Crimmitschau (32 Kandidaten): Die Bürgervereinigung will sich für eine Entlastung von Familien bei den Elternbeiträgen für die Kindertagesstätten stark machen. "Wir werden aber Entscheidungen des Landes abwarten, um hier keine falschen Entscheidungen zu treffen", sagt Vereinschef Thomas Gömbi. Er kündigt an, dass die Bürgervereinigung "aktiv und politisch" die Initiative zur Neugründung eines Familienzentrums unterstützt und sich für die Schaffung einer Hundewiese einsetzen will. Die Bürgervereinigung ist momentan mit 13 Stadträten im Gremium vertreten. Sie will laut Thomas Gömbi erneut stärkste Fraktion werden. Er macht deutlich: "Die Anzahl der Sitze ist nicht ausschlaggebend, da wir keine Kampfabstimmungen beabsichtigen, sondern eine konstruktive Zusammenarbeit mit allen im Stadtrat vertretenen Parteien und Vereinigungen anstreben. Es geht um das Wohl unserer Crimmitschauer Bürger." Linke (13 Bewerber): Zu den Schwerpunkten der Linken gehören die soziale Sicherheit und die Stärkung des Gemeinwohls sowie eine qualitativ gute und bedarfsgerechte Betreuung in den Kindertagesstätten bei gleichzeitiger Senkung der Elternbeiträge. Zudem nennt der Ortsverbandsvorsitzende Jürgen Schunn als Ziel ein kostenloses Vorschuljahr sowie die Sicherung der Sport- und Freizeitangebote. Die Linken stellen bisher fünf Stadträte. So viele Sitze streben sie auch im neuen Gremium an. Spitzenkandidat ist Kevin Scheibel.

CDU (18 Bewerber): Die Einführung eines Bürger- und Ratsinformationssystems gehört zu den Schwerpunkten des CDU-Stadtverbandes. Das Thema soll, nachdem der Bereich Informationstechnik im Rathaus personell verstärkt wurde, in Angriff genommen werden. Zudem strebt die CDU mehr Transparenz in der Stadtratsarbeit an. "Dabei gibt es eine schwierige Rechtslage und Widerstand aus anderen Fraktionen", sagt Stephan Theuring, Vorsitzender des Stadtverbandes. Im Wahlprogramm tauchen eine Verbesserung der Infrastruktur in der Nordstadt und die Klärung der offenen Fragen zum Klostergelände im Ortsteil Frankenhausen auf. Die CDU stellt aktuell vier Stadträte. Wie viele Plätze will die Fraktion nach der Kommunalwahl besetzen? Theuring: "So viele, für die wir die Stimmen der Wähler erhalten, möglichst einige mehr als bislang."


FDP (15 Bewerber): Geeignete Brachen sollen unbürokratisch als Bauland für junge Familien ausgewiesen und eine lebendige Innenstadt geschaffen werden, verweist Peter Knebel, stellvertretender Vorsitzender des Ortsverbandes Crimmitschau/Neukirchen, auf Schwerpunkte im Wahlprogramm. Zudem wollen sich die Liberalen für eine Verbesserung und Sicherung der haus- und fachärztlichen Versorgung in der Stadt an der Pleiße, primär durch Niederlassung junger Mediziner, stark machen. Zudem werben sie für den Ausbau der digitalen Infrastruktur an allen Schulen in Crimmitschau. Die FDP ist aktuell mit zwei Mitgliedern im Stadtrat vertreten. Sie sollen verteidigt werden, die Liberalen peilen aber drei Sitze an. Die FDP-Liste wird von MartinSeidelangeführt. SPD (6 Bewerber): Die Stadtentwicklung soll in den nächsten Jahren sichtbar vorangetrieben werden. "Wir wollen keine weiteren Gutachten und Absichtserklärungen, sondern drängen darauf zu liefern", sagt Stadtrat Hans-Jörg Laube. Als weiteren Schwerpunkt nennt er die Sicherung der Lebensqualität in Crimmitschau. Zudem macht sich aus Sicht der SPD eine Neubewertung der Vereinsarbeit für Sportvereine und sozio-kulturelle Vereine erforderlich, einschließlich verbindlich vertraglicher Regelungen. Die SPD ist momentan mit zwei Personen im Stadtrat vertreten. "Wir streben wieder zwei Mandate und damit eine Fraktionsstärke an, halten aber auch durchaus mehr für möglich. Voraussetzung ist eine hohe Wahlbeteiligung von denen, die unsere Arbeit der Vergangenheit und unsere Ziele für die Zukunft gut befinden", sagt Laube, der die Liste der SPD-Bewerberanführt. AfD (3 Bewerber): Die AfD-Bewerber sprechen sich für eine Entlastung der Familien bei den Elternbeiträgen für die Kindertagesstätten aus. Heiko Gumprecht, der für die AfD antritt, erklärt: "Die AfD in Crimmitschau ist für die Sanierung und Neunutzung des ehemaligen Kaufhauses Schocken. Die AfD spricht sich aber ganz eindeutig gegen eine städtische Beteiligung von rund 1,3 Millionen Euro aus. Familien lockt man nicht mit Loftwohnungen, sondern mit einer intakten Infrastruktur, bezahlbarem Wohnraum oder günstigem städtischen Baugrund nach Crimmitschau." Zudem wollen sich die AfD-Bewerber für die Schaffung einer Ortsumgehung in Gablenz starkmachen und gegen die Pläne, die Kiesgrube als Bauschuttdeponie zu nutzen, wehren. Die AfD ist bisher nicht im Stadtrat vertreten und will künftig dreiSitzebesetzen. Sächsischer Heimatschutz Frankenhausen (1 Bewerber): Durch die Stadtentwicklung, sowohl innerstädtisch als auch im ländlichem Raum, sollen ein weiteres Abwandern von jungen Familien verhindert und Einwohner für den Umzug nach Crimmitschau begeistert werden, sagt Bewerber Ronny Bauer. Zu den Schwerpunkten in Frankenhausen gehören die Gestaltung des Ortskernes, der weitere Ausbau der Leipziger Straße und die Minderung des Autobahnlärmes. "Für diese Wahl wäre ein Sitz wünschenswert, aber perspektivisch dürfen es gern mehr werden", sagt Bauer zu den Zielen.

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