Kein Dorffest ohne Mutzbraten

Die Königwalder Fete lockt seit vielen Jahren Besucher aus dem gesamten Umland an. Sie alle freuen sich auf eine Portion vom ganz speziellen Braten.

Königswalde.

Offiziell feierten die Königswalder am Samstag ihr 26. Dorffest. "Genau genommen gibt es diese Veranstaltung bei uns im Ort aber schon seit DDR-Zeiten. Damals wurde das Fest noch unter dem Dach der Vereinigung der gegenseitigen Bauernhilfe gefeiert. Da wir viel selbst auf die Beine stellen und machen, können wir das Ganze nach wie vor eintrittsfrei anbieten", sagte Donald Winkler, Vorsitzender des örtlichen Feuerwehrvereines. Mit dem Erlös aus dem Dorffest werden Leistungen für die Feuerwehr finanziert, die dem Zweck des Vereines entsprechen. Inzwischen kommen sehr viele Besucher von außerhalb zu der Dorffete. Neben dem ländlich unbeschwerten Flair der Veranstaltung lockt insbesondere eine Sache viele an: der Königswalder Mutzbraten.

Vor 28 Jahren brachte Klaus Wappler das Rezept für diese Spezialität von Verwandten aus dem Thüringischen mit. Nicht alles um die Zubereitung will er verraten. "Natürlich gehören dazu qualitativ gutes Fleisch und eine spezielle Gewürzmischung, die wir selber zusammenstellen. Ganz wichtig ist aber das richtige Braten am offenen Feuer. Das Fleisch muss am Ende durch, darf aber auch nicht trocken sein", sagte der 74-Jährige. Traditionell wird am Donnerstag vor dem Dorffest das Fleisch portionsgerecht geschnitten - immer um die 600 Portionen -, von Hand mit der Gewürzmischung versehen und zum Durchziehen ins Kühlhaus gebracht.


Der Aufwand zahlt sich offenbar aus - zumindest nach Meinung der Festbesucher. Robert Tröger kommt schon seit mehreren Jahren nur wegen des Mutzbratens nach Königswalde. "Wir sind vor einiger Zeit eher zufällig auf diese Veranstaltung gestoßen. Damals befanden wir uns auf der Rückfahrt aus dem Urlaub und sind irgendwie hier entlang gekommen. Es war kurz vor der Abendbrotzeit, der heimische Kühlschrank natürlich leer. Und so wollten wir eigentlich jeder nur schnell eine Roster oder ein Steak essen. Dann haben wir uns aber für den Mutzbraten entschieden und waren sofort begeistert", sagte der 46-Jährige. Natürlich kannte er dieses Fleischgericht. Geschmacklich habe sich die Königswalder Variante aber deutlich von dem abgehoben, was er in dieser Hinsicht bereits genossen hatte. "Der Königswalder Mutzbraten ist nicht so aufdringlich gewürzt wie manch anderer, sondern wesentlich milder, aber dennoch angenehm kräftig im Geschmack. Außerdem bekommt man hier ein ordentliches Stück Fleisch für sein Geld. Ganz zu schweigen vom tollen Sauerkraut."

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