Kinder kennen keine Berührungsängste

In der Leubnitzer Grundschule besprechen Ehrenamtliche des Hospizdienstes "Elisa" mit Viertklässlern auch schwierige Themen

Leubnitz.

Krankheit, Sterben, Trost, Wachsen und Werden - mit diesen Themen beschäftigen sich in dieser Woche die Mädchen und Jungen der Klasse 4 b der Grundschule Leubnitz. Die Projektwoche unter dem Motto "Hospiz macht Schule" ist eine deutschlandweite Aktion der Bundes-Hospiz-Akademie. Die Mitglieder des ökumenischen Hospizdienstes "Elisa", die für Zwickau und Umgebung im Einsatz sind, waren bei den Kindern, um mit ihnen diese Themen auf vielfältige Art und Weise zu besprechen.

"Die Kinder haben dabei keine Berührungsängste und stellen viele Fragen, auch bei dem heute etwas schwierigem Thema Sterben und Tod", sagte am Mittwoch Katharina Kretzschmar, ehemalige Chefärztin der Abteilung für Anästhesie und Intensivtherapie der Werdauer Pleißentalklinik, die seit drei Jahren bei "Elisa" aktiv ist.

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"Wir nutzen für diese Woche in Leubnitz die Erfahrungen, die wir im November 2017 bei unserem Premieren-Projekt im Landschulzentrum Neukirchen gesammelt haben", sagte die Koordinatorin des Hospizdienstes, Katrin Schlachte. "Es ist nicht so, dass wir hier mit den Kindern eine Woche zusammensitzen und jeden Tag weinen", meinte sie schmunzelnd. Es geht auch um Themen wie Freundschaft, Verstehen, Werden und Wachsen. Das wird in vielfältiger Form aufbereitet.

Am Freitag sind dann die Eltern der Viertklässler eingeladen, um sich zu informieren, worüber ihre Sprösslinge eine Woche lang gesprochen und diskutiert haben. "Oftmals ist es im Vorfeld so, dass die Eltern viel mehr Ängste haben, wie ihre Kinder mit diesem Thema umgehen. Das ist oft unbegründet. Kinder sind offen. Sie bringen ihre eigenen Erlebnisse ein, zum Beispiel, wenn ein geliebtes Haustier gestorben ist", hat Ehrenamtler Michael P. Geyer, der das Projekt zum zweiten Mal mitbetreut, auch in der Leubnitzer Grundschule erlebt. Das bestätigt auch die Leiterin der Schule, Ulrike Franke. "Wir könnten uns vorstellen, das Projekt mit anderen Viertklässlern zu wiederholen."

Zum Hospizdienst "Elisa", der seinen Sitz in Zwickau hat, gehören derzeit laut Katrin Schlachte 79 Frauen und Männer, die Sterbende begleiten und deren Angehörige in vielfältiger Form unterstützen. Das Interesse an diesem Ehrenamt sei groß. Die zwei kürzlich stattgefundenen Vorbereitungskurse auf diese Tätigkeit seien ausgebucht gewesen. Der Hospizdienst arbeitet eng mit Einrichtungen zusammen, wie mit dem SHR Hospiz in Werdau.

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