Kirchgemeinde greift zu Schaufel und Harke

Ein ungewohntes Bild am Samstagmorgen auf dem Friedhof in Langenhessen: Zwischen den Gräbern herrschte Gewusel. Aber warum?

Langenhessen.

Ausgestattet mit regenfester Jacke, Handschuhen und Gummistiefeln sowie einer Harke wuselte am Samstagvormittag Claudia Knepper über das Gelände des Langenhessener Friedhofes und befreite das Gelände von Laub. Unterstützt wurde die Pfarrerin von rund 30 Helfern, hauptsächlich aus der Kirchgemeinde. Sie alle folgten einem Aufruf zu einem Arbeitseinsatz auf dem Gelände.

Der Friedhof ist eigentlich das Reich von Evelyn Hiller. Die 61-Jährige, die in der Kirchgemeinde angestellt ist, kümmert sich zwölf Stunden in der Woche um Ordnung und Sauberkeit auf dem Friedhof. "Die Zeit reicht einfach nicht aus, um das rund 4000 Quadratmeter große Areal in Schuss zu halten. Besonders im Herbst, wenn das Laub von den Bäumen fällt, ist Unterstützung nötig", sagte Evelyn Hiller. Umso mehr zeigte sie sich über die Hilfe erfreut. "Mit einer derartigen Resonanz hätte ich nicht gerechnet. Schließlich soll es auf dem Friedhof ordentlich aussehen, besondern mit Blick auf den Totensonntag." Das gilt besonders für das Umfeld der 330 Gräber und 105 Urnengemeinschaftsanlagen.

"Wir sorgen hauptsächlich auf den Wegen und den Wiesen für Sauberkeit", sagte die Pfarrerin. Was sie sich jedoch gewünscht hätte, wäre auch eine größere Teilnahme von Jugendlichen an der Aktion. Die waren am Samstag deutlich in der Unterzahl. "Noch zu DDR-Zeiten hat sich das ganze Dorf an den Arbeitseinsätzen beteiligt, inklusive dem Bürgermeister. Nach der Wende, als ABM-Kräfte auf dem Friedhof beschäftigt waren, gab es keine Arbeitseinsätze mehr, und das Bewusstsein für diese Aufgabe im Ort ist offenbar etwas in Vergessenheit geraten. Wir wollen das Bewusstsein wieder wecken und schärfen, damit sich Bürger ehrenamtlich an der Friedhofspflege beteiligen.

Durch die Gebühren allein kann nicht die komplette Pflege des Friedhofes finanziert werden", sagte Claudia Knepper. Dass so ein Einsatz auch den Zusammenhalt im Dorf stärkt, wurde beim abschließenden Mittagessen deutlich, wo bereits Pläne für den nächsten Arbeitseinsatz geschmiedet wurden.

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