Klinikpersonal in Werdau streikt erneut

Die Gewerkschaft ist mit dem Angebot der Arbeitgeber noch nicht zufrieden. Eine Demo am Donnerstag soll das bekräftigen. Operationen wurden abgesagt.

Werdau.

Die Pleißentalklinik Werdau wird am Donnerstag bestreikt. Zwischen 5.30 und 22 Uhr wollen Mitarbeiter die Arbeit ruhen lassen, um ihren Forderungen innerhalb der laufenden Tarifverhandlungen Nachdruck zu verleihen. "Wir planen außerdem um 9 Uhr auf dem Werdauer Markt eine Demonstration", sagte Verdi-Gewerkschaftssekretärin Simone Bovensiepen. "Das Angebot der Arbeitgeber ist nicht schlecht, aber wir empfinden es als noch nicht ausreichend."

Wie der Geschäftsführer der Pleißentalklinik, Uwe Hantzsch, sagte, hätten die Beschäftigten 2016 und 2017 jeweils vier Prozent mehr Lohn bekommen. Für dieses Jahr lag das Angebot bei drei Prozent. Die Gewerkschaft fordert allerdings vier Prozent. Für das kommende Jahr hat die Klinikleitung zwei Prozent geboten sowie die Einführung des Manteltarifvertrages, der den Beschäftigten unter anderem 30 Tage Urlaub und Wechselschichtzulagen garantiert. "Innerhalb der vergangenen vier Jahre hatten wir mit den Tariferhöhungen verbundene Lohnmehrkosten von 1,95 Millionen Euro. Die müssen erst einmal erwirtschaftet werden", sagt Hantzsch. Eine Krankenschwester verdiene im Durchschnitt in der Pleißentalklinik 3300 Euro brutto.

Gewerkschaftssekretärin Simone Bovensiepen führt die derzeitigen Investitionen im Krankenhaus ins Feld. "Es werden 4 Millionen Euro ohne jegliche Fördermittel investiert. Das Geld kommt sozusagen von den Beschäftigten. Erst haben sie das neue Klinikdach finanziert, jetzt den neuen Anbau." Uwe Hantzsch verteidigt diese Investitionen als eine Zukunftssicherung der Pleißentalklinik, deren Träger der Landkreis Zwickau ist. "Ein Krankenhaus unserer Größe braucht ein MRT-Gerät und eine radiologische Praxis. Derzeit fahren wir Patienten für Untersuchungen nach Glauchau oder Zwickau. Wir haben das Ersparte angegriffen, weil es eine finanzielle Förderung über den Freistaat Sachsen nicht gegeben hat."

Die Tarifverhandlungen werden für rund 400 Klinik-Beschäftigte im Pflegebereich, in Küche, Hausmeisterbereich und Verwaltung geführt. Rund die Hälfte davon ist in der Gewerkschaft organisiert. Der Stationsbetrieb wird am Donnerstag aufrechterhalten. Geplante Operationen mussten aber abgesagt werden.

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