"Kneippkur" in der Pleiße

Durch das Wasser geht es zum Brückenfest. Auch ein Reporter der "Freien Presse" hat sich nasse Füße geholt.

Langenhessen.

Notizbuch und Stift gehören normalerweise zu den wichtigsten Arbeitsmitteln eines Reporters. Gummistiefel, Handtuch und Thermometer sind am Sonntagnachmittag noch dazugekommen. Der Grund: Ich nehme am Pleißelauf im Werdauer Ortsteil Langenhessen teil. Zum ersten Mal.

Der Dorfclub-Vorsitzende René Riemer redet den 42 Teilnehmern vor dem Start ins Gewissen. "Bitte vorsichtig machen und immer schön in die Kameras der Fotografen lächeln", sagt Riemer, der ausrüstungstechnisch auf Badeschlappen setzt. Damit hat er wahrscheinlich die bessere Wahl als der "Neuling" aus der Lokalredaktion getroffen. Schon nach wenigen Metern stehen wir bis zu beiden Knien in der Pleiße, das Wasser läuft in meine Gummistiefel. Das tut der guten Laune keinen Abbruch. Unterwegs kommen Teilnehmer an der "Kneippkur" schnell ins Gespräch. Martin Heinrich, der direkt am Fluss wohnt, hat zur Erfrischung eine Radler-Dose in der Hand. "Man hat mal einen ungewohnten Blick auf den Ort", sagt der 31-Jährige, der mit Freunden unterwegs ist. Frank Förster bezeichnet seinen schwarzen Schirm als "Multifunktionsgerät" - als Schutz vor der Sonne und als Hilfsmittel zum Abstützen. Zwischendurch werden einige Fundsachen wie eine verrostete Felge und ein Akkuschrauber präsentiert.

Wer mit weiteren Leuten im Pulk läuft, sieht durch den aufgewühlten Untergrund im Wasser fast nichts. Wenn man alleine unterwegs ist, kann man einerseits die nächsten Schritte planen und andererseits sogar einige Fische beobachten. An der Kirchschulstraßen-Brücke wird der erste Stopp eingelegt - für Gewinnspiel und Eis-Pause. Ich halte mein Thermometer ins Wasser. Es klettert auf 18 Grad Celsius.

Danach beginnt das schwierigste Teilstück der Strecke. Hier ist die Pleiße sehr schmal. Auch meine kurze Hose ist mittlerweile pitschnass. Kinder, die zuvor noch frech mit dem Wasser gespritzt haben, bevorzugen nun lieber den sicheren Platz auf Papas Armen. Flussaufwärts wird die Pleiße wieder flacher. Dann ist auch die Betonbrücke als Ziel in Sicht. Dort wird ein Brückenfest gefeiert. Ortsvorsteherin Sabine Löhmer (parteilos) begrüßt die Teilnehmer am Pleißelauf in den meisten Fällen persönlich mit dem Namen. "Das ist aber ganzer Einsatz", sagt die Ortschefin zum Reporter der "Freien Presse" und wirft - quasi als Erinnerungsgeschenk - eine Plaste-Ente ins Wasser. Dort war ich genau 33Minuten.

Mein Fazit des Pleißelaufs: Eine tolle Sache. Ich bin bestimmt wieder mal dabei! Dann muss auch Zeit bleiben, um Roster und Kuchen beim Brückenfest zu probieren.

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