Kober-Kiosk rollt erst mal nach Thüringen

Von der Talsperre wurde das DDR-Relikt in die Werkstatt von Andreas Schürer geschafft. Für den Handwerker ist das ein ganz besonderer Auftrag.

Langenhessen.

Ken-Uwe Heuschkel von der Firma Lorenz aus Nöbdenitz bezeichnet den Zeitungskiosk von der Koberbachtalsperre als Leichtgewicht. "Der wiegt rund zwei Tonnen. Das Glas wurde ja bereits ausgebaut. Unser Kran schafft bis zu 19 Tonnen weg", sagte der Betriebsleiter. Am Dienstagabend wurde das DDR-Relikt ohne große Probleme von seinem langjährigen Standort im Strandbad ins thüringische Vogelgesang transportiert - direkt in die Werkstatt von Andreas Schürer. Der Zimmerer wird den Kiosk, der in der Raumerweiterungshalle von Schloss Blankenhain seinen endgültigen Platz bekommen soll, restaurieren. "Das ist schon eine besondere Arbeit für mich. So etwas macht man nicht alle Tage", sagte der 38-Jährige. Wind und Wetter haben dem DDR-Kiosk stark zugesetzt. "Mal sehen, in welchem Zustand das Holz ist", ist der Handwerker gespannt, was ihn erwartet.

Mit dem Generalauftragnehmer für diesen Transportauftrag, David Friderici, ist Andreas Schürer gut bekannt. "Wir stammen beide aus Blankenhain. Da hat man eine besondere Verbindung zum Schloss und auch zum Museum." Und die zeigt sich nicht nur darin, dass Friderici bereits viele schwierige Transporte für das Museum erledigt hat. Der 36-Jährige ist auch Mitglied des Fördervereins der Einrichtung, die das Vorhaben der Wiederbelebung des alten Kioskes umsetzt und finanziert. "Herr Friderici ist unser zuverlässiger Partner, der weiß, worauf es ankommt. Und er hat auch ein Gespür für die besonderen Dinge, die er transportiert", sagte der Leiter des Deutschen Landwirtschaftsmuseums, Jürgen Knauss, der ebenfalls die Abholung des Kioskes verfolgte.

Einen baldigen Lückenschluss am Strandbad stellte Ines von Müller, Geschäftsführerin der Gebäude- und Grundstücksgesellschaft Werdau (GGV), in Aussicht. Die GGV verwaltet das Strandbad und ist Besitzer des Kioskes. Auch Ines von Müller war froh, dass die Verladung reibungslos über die Bühne ging. Wann das gute Stück den Besuchern in Blankenhain gezeigt werden kann, steht noch nicht fest. Das hänge vom Umfang der notwendigen Restaurierungsarbeiten ab, sagte Jürgen Knauss. Passendes "Inventar" für den Kiosk hat der Museumschef bereits erhalten. Nach einem Aufruf in der "Freien Presse" von Anfang Februar hätten Leser DDR-Zeitschriften wie "NBI", "Für Dich" und "Frösi" vorbeigebracht.

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