Kollegen und Fans trauern um Eishockey-Idol

Guy Phillips hat den Kampf gegen den Krebs verloren. Der Stürmer stand zwischen 1995 und 1998 in Crimmitschau auf dem Eis. Und bleibt unvergessen.

Crimmitschau.

Bei den Eishockey-Fans aus Crimmitschau und Umgebung herrscht tiefe Trauer: Guy Phillips, der zwischen 1995 und 1998 für den ETC Crimmitschau gespielt hat, lebt nicht mehr. Der Kanadier ist am Samstag im Alter von 53 Jahren an einer Krebserkrankung gestorben.

Sein Sohn Trey hatte die traurige Nachricht auf seiner Facebook-Seite mitgeteilt. Kurze Zeit später informierten auch die Eispiraten Crimmitschau, der ETC Crimmitschau, verschiedene Fangruppen und die "Freie Presse" im Internet über den Tod von Guy Phillips.


Zu den früheren Teamkollegen von Guy Phillips gehört Torhüter Ralf Kösling. "Ich behalte Guy als Typ ohne Starallüren, der sich immer voll in den Dienst der Mannschaft gestellt hat, in Erinnerung", sagt Ralf Kösling. Er beschreibt den Kanadier als "unglaublich fairen Sportsmann", der seine Teamkollegen motivieren und mitreißen konnte. Der langjährige Stadionsprecher Frank Hübschmann bezeichnet den Angreifer als "unkomplizierten Gesprächspartner". Er hat verschiedene Fantreffs, an denen Guy Philipps in den 1990er-Jahren teilnahm, moderiert. "Auch in Phasen, in denen es nicht so gut gelaufen ist, hat er sich den Gesprächen gestellt. Durchaus selbstkritisch mit Blick auf die eigenen Leistungen und die Auftritte der Mannschaft", erinnert sich Frank Hübschmann. Er ergänzt, dass Guy Phillips zudem von seinem perfekten Einstand in einem Spiel gegen den Erzrivalen aus Selb profitiert hat. "Damit hatte er die Herzen der Fans schnell auf seiner Seite."

René Rudorisch, Geschäftsführer der Deutschen Eishockey-Liga 2 (DEL 2) hat Mitte der 1990er-Jahre die ersten Partien des ETC Crimmitschau verfolgt - damals als eingefleischter Anhänger. "Guy Phillips war in meiner ersten Saison als ETC-Fan der herausragende Akteur. Er hat das Crimmitschauer Eishockey geprägt und ist bis heute ein Idol", sagt René Rudorisch.


Guy Phillips: Stürmer spielte 135-mal für den ETC

Auf dem Weg zu seinem ersten Spiel für den ETC im Kunsteisstadion im Sahnpark kommt Guy Phillips ins Grübeln. Seine Uhr zeigt 17.30 Uhr. Zweieinhalb Stunden später soll das brisante Derby gegen den ERC Selb in der Hacker-Pschorr-Liga (3. Liga) beginnen. Der kanadische Neuzugang sieht die Zuschauermassen im Stadion. "Ich bin richtig erschrocken und dachte, dass ich zu spät komme", erinnerte sich Guy Phillips im Sommer 2010 in einem Interview für das Buch "Der Kampf um den Puck".

Der Mittelstürmer, der gerade von einem unglücklichen Italien-Abstecher zurückkehrt, taucht aber rechtzeitig in der Kabine auf. Damit kann an diesem Freitag, den 13. Oktober 1995, sein Stern in der Stadt an der Pleiße aufgehen. Vor 5300 Zuschauern endet das Duell zwischen Crimmitschau und Selb mit einem 4:4 (2:2,2:1,0:1)-Unentschieden. Guy Phillips versenkt die Scheibe gleich dreimal im Kasten der "Wölfe".

Bis zum April 1998 bleibt der Stürmer beim ETC. In allen drei Spielzeiten avancierte Guy Phillips, der vor allem mit Scheibenkontrolle und Spielübersicht überzeugen kann, zum Top-Scorer. Seine eindrucksvolle Bilanz: In 135 Einsätzen kommt der Kanadier auf 126 Tore und 129 Vorlagen.

In Westsachsen fühlten sich Guy Phillips und seine Familie (Ehefrau Chrystal, Tochter Tomi-Lyn und Sohn Trey) schnell wohl. Sie wohnen in einer Ferienwohnung in Niederalbertsdorf und schätzen die Nähe zur Koberbachtalsperre. "Im Winter konnten wir zum Schlittschuhlaufen immer auf die zugefrorene Talsperre", erzählte Guy Philipps. (hof)

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