Konstantin Wecker plädiert für Revolution der Zärtlichkeit

Am Freitagabend gastierte der Liedermacher mit dem Programm "Solo zu zweit" im ausverkauften Crimmitschauer Theater. Dabei machte der bekennende Pazifist seine Sichtweise auf die Welt deutlich.

Crimmitschau.

In der Regel versuchen Künstler, das Publikum zu Beginn möglichst gefühlvoll auf ihre Darbietungen einzustimmen. Nicht so Konstantin Wecker. Der 71-jährige Liedermacher schaltete schon zu Beginn seines Programms in den Angriffsmodus und ließ keinen Zweifel daran aufkommen, für welche politische Überzeugung er als bekennender Pazifist steht.

In Anknüpfung an seine altbekannte Ballade "Willy" führte er am Flügel einen fiktiven Dialog und zog unerbittlich und mit klaren Worten gegen Fremdenhass, Ungerechtigkeit und soziale Kälte zu Felde. "Neun von zehn Flüchtlingen leben in Entwicklungsländern. Und wovor flüchten sie? Vor unseren Waffen, vor unseren Finanzspekulationen, vor unserer Ausbeutung der Erde, auf der sie leben." Er scheut auch nicht davor zurück, all jenen den Spiegel vor Augen zu halten, die sich als Verfechter und Bewahrer christlich-abendländischer Werte aufspielen, die allerdings nun mal orientalischer Herkunft seien. "Jedenfalls wüsste ich nicht, dass die Bibel und das Neue Testament in Gelsenkirchen oder Leipzig geschrieben wurden." Für solche und ähnliche Aussagen erntete er spontanen Applaus. Und er rief sein Publikum dazu auf, Despoten, selbst ernannten Führern aber auch Verführern jeglicher Couleur mit allem zu widerstehen, was ein menschliches Wesen ausmacht: Mitgefühl, Verstand, Poesie und Zärtlichkeit. In diesem Sinne plädierte Wecker für eine Revolution der Zärtlichkeit. Und so kamen in seinem Programm auch die leisen Töne nicht zu kurz. Um Wecker live zu erleben, war Simone Weber extra aus der Nähe von Freiberg angereist. "Gut, nicht jeder mag seine offene und brutal ehrliche Art. Ich finde das gut. Außerdem hat Konstantin Wecker ja auch noch eine andere Seite, die sehr gefühlvoll und poetisch ist. Diese Kombination zeichnet ihn in meinen Augen als Künstler und Mensch aus", sagte sie.


Theater: So gehts weiter

Weitere bekannte Gäste geben sich in den nächsten Wochen im Theater in Crimmitschau die Klinke in die Hand. Am 22. März ab 20 Uhr erklingen die Hits des lateinamerikanischen Gitarristen Carlos Santana. Das Hamburger Bandprojekt "The Magic of Santana" kommt unter anderem mit den beiden Santana-Originalsängern Alex Ligertwood und Tony Lindsay nach Crimmitschau. Kabarettist Uwe Steimle ist am 24. März zu Gast. Für die Veranstaltung gibt es keine Tickets mehr. Am 28. März ab 19.30 Uhr präsentiert Autor Stefan Schwarz

das Buch "Als Männer noch nicht

in Betten starben". (hof)

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